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Fürstenberg

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Kritik an der Montessori-Pädagogik

Kritik an der Montessori-Pädagogik

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Kritik an der Montessori-Pädagogik

Aden-Grossmann, Wilma (2002): Kindergarten. Eine Einführung in seine Entwicklung und Pädagogik. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, S. 83-­92; 147-162.

Becker-Textor, Ingeborg (2007, 2008): Maria Montessori. Zehn Grundsätze des Erziehens. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder GmbH.

Becker-Textor, Ingeborg (1994): Maria Montessori. Kinder lernen schöpferisch. Die Grundgedanken für den Erziehungsalltag mit Kleinkindern. 2. Auflage. Freiburg, Basel, Wien: Herder Verlag, S. 13-32.

 

  • Es gibt in Deutschland etwa 600 Kindertagesstätten (Kinderhäuser), die nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik arbeiten
  • Ein Kritikpunkt besteht bis heute darin, dass Maria Montessori es den Kindern nicht gestattete, mit den Materialien zu spielen
    • Das didaktische Material sollte der Übung und der Vorbereitung der einzelnen Organe und Funktionen des kindlichen Organismus für die kindliche Arbeit dienen und war deshalb auch kein Spielzeug
  • Fröbel, der die pädagogische Bedeutung des Spiels für die Kindheit entdeckt hat, versuchte in seinen Kindergärten das Spiel zu erzieherischen Zwecken einzusetzen
  • Die Fröbel-Bewegung interpretierte jegliche Tätigkeit des Kindes als Spiel und die Begriffe Spiel und Arbeit wurden als Gegensätze gedeutet
  • Montessori verwendete das Verb "arbeiten" für kindliche Handlungen, da das Kind sich selbst aufbaut 
  • Die mit am häufigsten geäußerte Kritik an Montessori bezieht sich auf ihre Bemerkungen bezüglich der Phantasie
  • Während Fröbel der Phantasie und dem Spiel viel Bedeutung zugesprochen hatte, betrachtet Montessori die Phantasie als unzureichende Wirklichkeitserfahrungen
  • Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt bezieht sich auf die Phasentheorien
    • Montessori sehe die menschliche Entwicklung als einen starren Bauplan, da sie wiederholt von dem inneren Bauplan, welcher die Entwicklung des Menschen steuere, spricht
  • Ein weiterer Kritikpunkt an der Pädagogik Montessoris war und ist, dass man glaubt, dass durch die Grenzen des von ihr eingesetzten Materials die Freiheit eingeschränkt würde (Montessori: Freiheit wird oft vermischt mit Abwechslung. Freiheit bezieht sich aber auf das Denken und Handeln des Kindes.)
  • Auch Heard Kilpatrick vertrat die Auffassung, man müssen den Kindern mehr Freiheit verschaffen und er bezeichnete ihre Materialen als "magere Kost", die "einzigartig wenig Abwechslung" böten
    • Weiterhin vertrat er die Auffassung, dass ein normales Kind sich beim Umgang mit diesen Materialien bald langweiligen würde
  • der Vorgang der Identifizierung mit einem Gegenüber, mit dessen Hilfe Kinder Bindungen entwickeln und denen sie positive Gefühle entgegenbringen, scheint ausgelassen worden zu sein
    • Gerade die emotionale Dimension scheint Montessori ausgelassen zu haben. 
  • Kritik an der Betonung der Einzelarbeit anstelle der Gruppenarbeit
    • Dabei habe Montessori zwar die Individualität des Kindes gefördert, aber seine Sozialbeziehungen nicht hinreichend berücksichtigt
  • Auch die Rolle des Leiters wurde des häufigeren kritisch beleuchtet, da dieser weitgehend durch das Material ersetzt würde
    • Dabei könne nicht mehr von einem pädagogischen Bezug zwischen Erzieher und Kind die Rede sein.
  • Die Pädagogik Montessoris wird in Deutschland nur in z.T. recht teuren privaten Einrichtungen gepflegt und ist damit in der Regel nur Kindern der gehobenen Mittelschicht zugänglich

Qualitätssicherung an Montessori-Einrichtungen

  • Verwendung des Namens Montessori ist nicht geschützt
  • Es gibt keine Instanz, die den Betrieb einer Montessori-Einrichtung verbindlich autorisieren bzw. überwachen könnte
    • Es gibt es klare Anhaltspunkte zur Bestimmung, ob eine Schule oder eine Kita nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik arbeitet:
      • durch die durchgängige Anstellung von PädagogInnen an der Einrichtung, die einen der Ausbildungsgänge Montessori-Diplom bzw. Montessori-Zertifikat gemäß verabschiedeter Standards absolviert haben
      • durch vorhandene und zunehmend detailliertere Montessori-spezifische pädagogische Standards und Qualitätssicherungsverfahren für Einrichtungen der Elementar-/Primar-/Sekundarstufe.
letzte Aktualisierung 25. Juli 2012