Der Begriff Bildung beschreibt den Prozess (sich bilden) und den Zustand (gebildet sein)
Bildung ist ein sehr alter, vieldeutiger und bedeutungsgeladener Begriff der deutschen Sprache (Problem der Übersetzbarkeit)
Kommt im Alltag vor und ist mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen verbunden
Bezieht sich ursprünglich auf die "äußere" später auf die "innere" Gestalt des Menschen
Wird häufig wertend verwendet um Personen zu (dis-) qualifizieren (jemand hat Bildung oder nicht) und um gesellschaftliche Unterschiede zu markieren
Orientiert sich an bestimmte Normen (Bildungskanon)
Bezeichnet die Prozesse und deren Ergebnisse
Heutige Perspektiven der Bildung
Vier Aspekte bezeichnen, was mit dem Bildungsbegriff zu erfassen bzw. bewahren versucht wird:
Die Individualisierung
Die Selbstverwirklichung
Die Distanz zum bloß Nützlichen
Die Einsicht, dass Individualisierung und Selbstverwirklichung nur im Kontext von Gemeinschaften verwirklicht werden können
Dieter Lenzen
Bildung beschreibt die Aneignung von Welt durch das Subjekt (lebenslanger Prozess)
Bildung transportiert Selbsttätigkeit, Reflexionsfähigkeit, die Verbindung von subjektiven Erfahrungen und Wissenselementen, aber auch einen normativen Gehalt
Charakteristisch für Bildung ist
Entfaltung der Persönlichkeit
Wird in unterschiedlichen Schichten unterschiedlich definiert
Dient als Schlüssel zur Gesellschaft
Muss man sich erarbeiten
Dient der Reproduktion der Gesellschaft und sichert deren Fortbestand
Entstehung von Bewusstsein und Veränderungen
Zielt auf die geistige Erschließung von Welt
Erweiterung von Persönlichkeit und Sichtweisen
Selbstreflexivität in der Wirklichkeit
Identitätsbildung durch Denkprozesse über die Gesellschaft
Geht über den schulischen Rahmen hinaus
Doppelcharakter der Bildung
Verwertbarkeit (Vorbereitung auf das berufliche Leben)
Emanzipatorisch (Entziehung des gesellschaftlichen Verfügungsdrucks durch: Selbstbewusstwerdung, Selbstermächtigung, eigenständige Handlungsfähigkeit)