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Fürstenberg

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Erziehungswissenschaften

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Begriffserklärung Bildung

Bildung

  • Kommt um 1800 auf als Reaktion auf den Erziehungsbegriff der Aufklärung
  • Althochdeutsch: bildunga= Bildnis, Gestalt, Schöpfung
  • Der Begriff Bildung beschreibt den Prozess (sich bilden) und den Zustand (gebildet sein)
  • Bildung ist ein sehr alter, vieldeutiger und bedeutungsgeladener Begriff der deutschen Sprache (Problem der Übersetzbarkeit)
  • Kommt im Alltag vor und ist mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen verbunden
  • Bezieht sich ursprünglich auf die "äußere" später auf die "innere" Gestalt des Menschen
  • Wird häufig wertend verwendet um Personen zu (dis-) qualifizieren (jemand hat Bildung oder nicht) und um gesellschaftliche Unterschiede zu markieren
  • Orientiert sich an bestimmte Normen (Bildungskanon)
  • Bezeichnet die Prozesse und deren Ergebnisse

Heutige Perspektiven der Bildung

Vier Aspekte bezeichnen, was mit dem Bildungsbegriff zu erfassen bzw. bewahren versucht wird:

  • Die Individualisierung
  • Die Selbstverwirklichung
  • Die Distanz zum bloß Nützlichen
  • Die Einsicht, dass Individualisierung und Selbstverwirklichung nur im Kontext von Gemeinschaften verwirklicht werden können

Dieter Lenzen

  • Bildung beschreibt die Aneignung von Welt durch das Subjekt (lebenslanger Prozess)
  • Bildung transportiert Selbsttätigkeit, Reflexionsfähigkeit, die Verbindung von subjektiven Erfahrungen und Wissenselementen, aber auch einen normativen Gehalt

Charakteristisch für Bildung ist

  • Entfaltung der Persönlichkeit
  • Wird in unterschiedlichen Schichten unterschiedlich definiert
  • Dient als Schlüssel zur Gesellschaft
  • Muss man sich erarbeiten
  • Dient der Reproduktion der Gesellschaft und sichert deren Fortbestand
  • Entstehung von Bewusstsein und Veränderungen
  • Zielt auf die geistige Erschließung von Welt
  • Erweiterung von Persönlichkeit und Sichtweisen
  • Selbstreflexivität in der Wirklichkeit
  • Identitätsbildung durch Denkprozesse über die Gesellschaft
  • Geht über den schulischen Rahmen hinaus

Doppelcharakter der Bildung

  • Verwertbarkeit (Vorbereitung auf das berufliche Leben)
  • Emanzipatorisch (Entziehung des gesellschaftlichen Verfügungsdrucks durch: Selbstbewusstwerdung, Selbstermächtigung, eigenständige Handlungsfähigkeit)
letzte Aktualisierung 27. September 2010