Fürstenberg

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Dierhagen

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Willkommen in Dierhagen

Dierhagen Wappen
Dierhagen Wappen

Das Ostseebad Dierhagen besteht aus den sechs Ortsteilen

  • Dierhagen-Dorf,
  • Dierhagen-Strand,
  • Dierhagen-Ost,
  • Neuhaus,
  • Dändorf,
  • Körkwitz Hof

und hat zurzeit (2015) ca. 1 800 Einwohner.

Als Seebad bietet es vor allem für Familien ein breit gefächertes Angebot. Dabei profitiert Dierhagen zweifelsohne von seiner exponierten Lage zwischen Bodden und Ostsee und bietet Erholung an Strand, Ostsee, Bodden, Wald und Moor.

Nachfolgende Informationen geben einen Überblick über die Geschichte und Gegenwart Dierhagens und möchten den Leser einladen unsere Heimatgemeinde zu besuchen.Wir möchten uns an dieser Stelle für die zur Verfügung gestellten Informationen bedanken bei:

Bäckermeister Karl Boldt, Dierhagen,

Fischermeister Willi Fürstenberg (verstorben), Dierhagen,

Fischer Rainer Fürstenberg, Dierhagen,

Dr. Wolfgang Steusloff, Universität Rostock, Institut für Volkskunde (Wossidlo-Archiv).

Ortsname

Deerhagen oder Thierhagen wird erstmals am 16. August 1311 in der Ribnitzer Privilegienbestätigung Erichs von Dänemark urkundlich erwähnt.

Doch die Geschichte könnte mit ein bisschen Phantasie noch viel weiter zurückreichen.

"Schon 1275 wurde von Papst Gregor I. dem Kloster Dünamünde in Livland (Zisterzienserkloster Dünamünde in der Nähe von Riga, Lettland; zur damaligen Zeit umfasste Livland die Gebiete von Lettland und Estland) der Besitz der Dörfer Bentwisch, Wustrow und Volkshagen und einem Dorf von dem auf der Urkunde nur noch die beiden letzten Buchstaben "ne" erhalten geblieben sind, bestätigt. Wenn jetzt der Zusammenhang zwischen dem wendischen Namen "Zwerine" und dessen deutscher Übersetzung "Thiergarten" hergestellt wird, zeigt sich, dass der deutsche Name "Derhagen", - wie die alte niederdeutsche Form lautet, im 16. Jahrhundert durch Thierhagen verhochdeutscht, und später in Dierhagen übergehend, - nichts anderes als die wörtliche Übersetzung des wendischen Zwerine ist, und damit könnte die Lücke in der oben erwähnten Urkunde von 1235 durch das wendische [Zweri]ne ergänzt werden." [1]

Dierhagen wäre also noch ein paar Jahre älter. Was heute aber nur für die Ausrichtung der bevorstehenden 700-jahr Feier von Bedeutung wäre.
Der Ortsname lässt auf zweierlei schließen. "hagen" war eine gebräuchliche Bezeichnung für Orte mit dichtem Waldbestand der für die Siedlung gerodet werden musste. "Deer" oder auch "Thier" deutet darauf hin, dass die Tierhaltung in diesem Ort eine weit größere Bedeutung als der Getreideanbau besaß.
Der ursprüngliche Ort liegt am Radweg der Dierhagen und Dändorf auf der Boddenseite miteinander verbindet. Boddenseitig der Schutzhütte lässt noch heute die Bewaldung die eher bescheidene Ausdehnung des alten Dorfes erahnen.

[1] Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde / Band 32 / Jahrgang 1867, S.62// Opens external link in new windowhttp://dlib.uni-rostock.de

Ehemalige Besitzer des Dorfes

1324 wurde Dierhagen von Heinrich dem Löwen an Johann von Moltke verpfändet und 1328 dem St.-Klarissen-Kloster Ribnitz geschenkt. Der Ort sollte bis 1599 in dessen Besitz bleiben.

Im Rahmen der Reformation ging das Dorf von 1599 bis 1669 in ritterlichen Besitz über. Nach 1669 wurde es herzogliches Amtsdorf und unterstand dem Amtshauptmann von Ribnitz.

Dierhagen während des 30-jährigen Kriegs

Darstellung der Schwedenschanzen auf historischer Karte
Darstellung der Schwedenschanzen auf historischer Karte

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) hinterließ auch in Dierhagen seine Spuren.

Beidseitig der heutigen L21 wurden drei Schanzen von den kaiserlichen Truppen errichtet.

Diese Schanzen wurden im Herbst 1630 von den schwedischen Truppen eingenommen. Diesem Umstand verdanken eine Strasse im Ortsteil Dierhagen Ost ihren heutigen Namen, der "Schwedenschanze".

Wallensteins Heerstraße

Wallenstein sicherte sich mit dem Bau von Heerstrassen die Möglichkeit schneller Nachschubverbindungen. Obwohl schon im Bereich des Ribnitzer Forst gelegen finden sich Reste einer Heerstrasse an der Kreuzung Fischländer Weg - Turmschneise. Allerdings bleibt dies dem ungeübten Beobachter verborgen.

Dierhagen und die Franzosenzeit

1807 wurde Dierhagen von den Franzosen besetzt. Die Besatzungstruppen sollten die von Napoleon verhängte Kontinentalsperre kontrollieren und den Schmuggel verhindern.

Brände in Dierhagen

Der schlimmste urkundlich bestätigte Brand in der Geschichte Dierhagens ereignete sich am 1859. In der Ribnitzer Schützentotenlade, in der auch Brände in der Umgebung dokumentiert wurden, steht:

"Am 10.August 1859, nachm. 1 Uhr, kam in Dierhagen, in der Scheune des Hauswirts Peter Fretwurst, genannt Maas Peter, Feuer auf, welches rasch um sich griff, dass in Zeit von vier Stunden zehn Bauerngehöfte mit Scheunen und Ställen und 42 Schiffer- und Büdnerhäuser in Flammen standen, die, ohne etwas zu retten, sämtlich eingeäschert wurden. Auch eine Frau fand darin den Tod. Am darauf folgenden Sonntag, 14. August 1859, vormittags unter der Predigt, worin dies obenbenannten Unglück gedacht wurde, stieg im Dorfe Dändorf ebenfalls eine Rauchsäule empor, die auch für dieses Dorf das Schlimmste erwarten ließ. Jedoch brannte glücklicherweise nur eine Scheune ab. …" [1]

Dierhagen wurde nach diesem Brand unter der Leitung des damaligen Ribnitzer Amthauptmanns Koppe wieder aufgebaut. Ein Gutes brachte der Neuaufbau mit sich. So berichtete der Chronist Dolberg:

"So hatte auch für Dierhagen das Unglück ein Glück im Schoß, zumal mit dem Neubau der Häuser eine Verbesserung der Straßenanlagen Hand in Hand ging."

Spätere Brände hatten nie wieder eine solche schlimme Zerstörung angerichtet.

Zusammen mit dem Brand von 1859 wird erstmals die Dierhäger Feuerwehr erwähnt, die jedoch gegen den Großbrand wenig ausrichten konnten. Die Feuerwehr ist heute als Freiwillige Feuerwehr fester Bestandteil des Dorflebens.

[1] Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz, S. 260, Dr. Kühl, Neubrandenburg, 1933

Sturmfluten und Deichbau in Dierhagen

Sturmfluten haben das heutige Bild der Region maßgeblich mit geformt. Neue Verbindungen zwischen Bodden und Ostsee wurden geschaffen, andere versandeten und wurden Festland. Auch der Häuserbau wurde auf die Möglichkeit eventuell auftretender Sturmfluten ausgerichtet. Noch heute sind die alten Häuser in Dierhagen im unteren Bereich mit Steinen gemauert und erst ab circa 1 m Höhe begann die typische Fachwerk-/Lehmbauweise.
Die erste urkundlich belegte Sturmflut im Ostseebereich datiert auf das Jahr 1044. Selbstverständlich existieren keine weiterführenden Angaben über Dauer und Stärke der Verwüstung.

Die erste detaillierten Aufzeichnungen stammen von der Sturmflut 1304 über die alte Chroniken berichten:

"Anno 1304 ist ein großer Sturmwind gewesen, der an der Ostsee allenthalben Kirchtürme und Häuser eingeworfen. In solchem Sturmwind ist auch das Land zu Rügen vom Ruden abgerissen, also dass eine neue Schifffahrt an deselben Ort geworden, so heutigen Tages das neue Tief genannt." [1]

Insgesamt sollen sich im Bereich der S-lichen und W-lichen Ostsee 40 Sturmfluten zwischen 1320 und 1864 ereignet haben. Dabei wurde nicht nur die Ostseeküste in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Boddenseite hatte besonders bei starkem NO-Wind unter diversen Sturmfluten zu leiden. Die Flut von 1625 hat das Wasser auf der Boddenseite gut 3 Meter über Normal ansteigen lassen.
Bei der verheerenden Sturmflut Ende Februar/Anfang März 1747 blieben im Ort nur zwei Häuser vom Wasser verschont. Das Dorf glich einem See.

"Hausrat, Wagen und Ackergerät waren von der Flut fortgeführt und weit von den Hofstellen entfernt im Eise festgefroren. "Bande und Thore waren von denen Häusern weggerissen, und wenn sich nicht zuletzt vor das Dorf in der See ein hoher Wall von zusammengeschobenen Eysschobern gesetzt hätte, mögte kein Haus in Dierhagen auf der Stelle bestehen geblieben seyn.""[1]

Bei der Sturmflut von 1867 war die Ostsee an mehreren Stellen durchgebrochen, so auch N-lich von Dierhagen.

Ende 1872 hatten wochenlange W- und SW-Winde im Oktober das Wasser in die Ostsee hereingetrieben. Der Wasserspiegel der Ostsee war ungewöhnlich hoch, in Travemünde 4 m höher als in Kopenhagen. Die Bewohner unseres Landstriches wussten, dass ein Drehen des Windes auf NO verheerende Folgen haben würde. Bei Windstille war in der Nähe von Barhöft (an der Zufahrt zum Bodden) ein starker einlaufender Strom zu spüren. Dann, am 12. November drehte der Wind auf NNO und frischte auf Orkanstärke auf. Dierhagen war völlig unter Wasser gesetzt. Selbst im Hinterland von Ribnitz waren die Auswirkungen der Sturmflut zu spüren. Die Dünen zwischen Dierhagen und Wustrow, die seit 1750 urkundlich gepflegten Dünenakten lassen darauf schließen, dass diese Art des Küstenschutzes schon recht lange durchgeführt wurde, waren weitgehend zerstört. Die ehemalige Durchfahrt S-lich Wustrows war wieder durchbrochen. Der Plan, den Sturmfluten zukünftig durch die Wiederherstellung des Durchstichs Herr zu werden, wurde wegen zu hoher Kosten verworfen. Stattdessen genehmigte die Landesregierung das Geld für einen Deich zwischen Dierhagen und Wustrow, der 1875/76 fertig gestellt wurde. Dieser Deich hielt den Sturmfluten von 1904 und 1913 stand.

1952 wurde der Ort von einer weiteren schweren Sturmflut heimgesucht. Daraufhin wurde der vorhandene Seedeich verstärkt.
Auch nach 1952 ereigneten sich schwere Sturmfluten. Bis auf ein paar Meter Düne, die regelmäßig der Ostsee zum Opfer fallen, blieb Dierhagen aber von größeren Schäden verschont. Der heutige Besitzer der Hafenkneipe ist da sicherlich anderer Meinung. Es ist aber zu bedenken, dass der Hafen jenseits des Deiches zum Bodden liegt.

[1] Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz, S. 483, Dr. Kühl, Neubrandenburg, 1933

Fischanlandeplatz bei normalem Wasserstand
Fischanlandeplatz bei normalem Wasserstand
Fischanlandeplatz bei Hochwasser
Fischanlandeplatz bei Hochwasser
Hafenvorplatz bei normalem Wasserstand
Hafenvorplatz bei normalem Wasserstand
Hafenvorplatz bei Hochwasser
Hafenvorplatz bei Hochwasser
Terasse der Hafenkneipe bei normalem Wasserstand
Terasse der Hafenkneipe bei normalem Wasserstand
Terasse der Hafenkneipe bei Hochwasser
Terasse der Hafenkneipe bei Hochwasser
Anleger bei normalem Wasserstand
Anleger bei normalem Wasserstand
Anleger bei Hochwasser
Anleger bei Hochwasser
Hafenbecken bei normalem Wasserstand
Hafenbecken bei normalem Wasserstand
Hafenbecken bei Hochwasser
Hafenbecken bei Hochwasser
Hafensteig bei normalem Wasserstand
Hafensteig bei normalem Wasserstand
Hafensteig bei Hochwasser
Hafensteig bei Hochwasser

Dierhäger Kirchenbauten

Der erste Kirchenbau in Dierhagen war eine evangelische Kapelle die 1595/96 erbaut wurde.

Die jetzige Kirche ist ein Neubau und wurde am 22. Dezember 1850 geweiht.

Das Innere der Kirche

Das Innere der Kirche ist eher einfach gestaltet. Auffälligstes Austattungsteil ist das Schiffsmodel. Es ist eine Dierhäger Fregatte aus dem Jahre 1799. Das Schiff war ein Geschenk Dierhäger Seeleute an die Dorfbevölkerung, die 1811 geholfen hatte, die Seeleute vor der Zwangsrekrutierung durch die  Franzosen zu bewahren, indem sie die Seeleute im nahegelegenen Wald versteckten.

Kirche Dierhagen
Kirche Dierhagen
Schiffsmodell der Dierhäger Kirche
Schiffsmodell der Dierhäger Kirche

Forst- und Landwirtschaft

Es kann davon ausgegangen werden, dass die armen Böden um Dierhagen keine großen Ernteerträge in der Landwirtschaft zuließen.

Aus einem Inventarium des Ribnitzer Klosters aus dem Jahre 1585 geht hervor, dass dort 58 Stuten und 2 Hengste gehalten wurden.

Um 1850 war Dierhagen in 95 Büdnereien und 13 Hufen eingeteilt. Der Hauptteil der Bauern war in der heutigen "Neuen Straße" angesiedelt die zu damaliger Zeit noch "Bauernreihe" hieß. Die Bauern waren gezwungen ihren Lebensunterhalt mit Fischerei und Jagd aufzubessern.

Schifffahrt und Schiffbau

Ab dem 18. Jahrhundert wurden von den ansässigen Bauern Korn nach Lübeck und Holz nach Dänemark verfrachtet. Zum Ende des 18. Jahrhunderts war Dierhagen Heimathafen von 8 und Dändorf von 4 seegängigen Schiffen. Die Verschiffung fand in der Regel vom Ostseestrand statt und wurde über Leichter organisiert. Eine insgesamt beschwerliche Prozedur.

Die sich entwickelnde Segelschifffahrt hatte im 19. Jahrhundert seine Blütezeit. Um 1850 hatte 71 Schiffe Dierhagen oder Dändorf als Heimathafen. Die Schiffe befuhren alle Weltmeere. In dieser Zeit galt Dändorf als die reichste Ortschaft des Landes Mecklenburg und Großherzog Friedrich Franz II. nannte es "mein Golddorf".

1872 waren 33 Schiffe und 1879 immerhin 42 Schiffe in Dierhagen beheimatet. Ihre Heimathäfen Dierhagen oder Dändorf konnten die Schiffe wegen ihrer Größe und wegen des Tiefgangs nicht anlaufen. Als Liegeplatz und Anlaufhafen wurde Rostock genutzt. Damit teilen sie ihr Schicksal wie vielen Schiffen der heutigen Zeit, sie haben ihren Heimathafen nie gesehen. (Welches heutzutage in Panama oder Monrovia registrierte Küstenmotorschiff war je dort? Heute spielt aber eher das liebe Geld die Hauptrolle für diesen bedauerlichen Umstand.)

Die Blüte der Handelssegelflotte war auch dem Modell der Partenreederei zu verdanken, ein Modell bei dem sich mehrere Familien zur Finanzierung eines oder mehrere Schiffe zusammenschlossen.

Der Untergang der Dierhäger und Dändorfer Handelssegelflotte hatte zwei Ursachen. Während des Krimkriegs (1854–1856) machte die Flotte als Blockadebrecher gegen England und Frankreich im Mittelmeer und Schwarzem Meer gewaltige Gewinne. Unmittelbar nach dem Krieg brach die Krise auf Grund der gebauten Übertonnage aus. Gleichzeitig trat ein Wechsel im Schiffbau ein. Stahlschiffe ersetzten Holzschiffe und die Dampfmaschine wurde zum Antrieb der Schiffe genutzt. Damit war der Untergang der Handelssegelflotte besiegelt.

Um 1850 datiert die Nennung einer Wiese am Bodden, "Buckwisch" genannt. An diesem Platz wurden die Schiffe zur Reparatur und Überholung an Land gezogen (auf der Wiese (Wisch) aufgebockt). Die Schiffe wurden mit Rollen aus dem Wasser gehievt oder wieder zu Wasser gelassen. Daher resultiert auch der Flurname "Rullenwisch". N-lich des Dorfes befand sich die "Rullenrieh", eine Einbuchtung am Boddenufer in der die Rollen bis zum nächsten Gebrauch im Wasser feucht gehalten wurden.

Über die in Dierhagen reparierten Schiffstypen ließ sich über das Wossidlo Archiv der Universität Rostock nur herausfinden, dass Quellen von einem Schoner sprechen.

Da in den Einwohnerlisten der damaligen Zeit nirgends ein Schiffbaumeister erwähnt wurde, ist es zweifelhaft, ob in Dierhagen jemals Schiffe in größerem Umfang gebaut wurden. Wenn überhaupt, hat sich der Schiffbau auf Grund ungünstiger Tiefenverhältnisse im Bodden und den Boddenzufahrten auf den Bau kleinerer, flach gehender Schiffe beschränkt.

Verzeichnis der 1880 von Dierhäger Kapitänen geführte Schiffe

Verzeichnis der Seeschiffe, die am 1. Januar 1880 in Rostock beheimatet waren und von Kapitänen aus Dierhagen geführt wurden.

Insgesamt waren zu dieser Zeit in Rostock 342 Schiffe beheimatet.

 Bg =Brigg Bk =Bark Sch =Schoner SchBg= Schonerbrigg

SchiffTypName des Kapitäns
A.F. NordmannBkJ.W. Fett
ArminBgP. Fretwurst
Baumeister WilkenBgChristow Staben
Caroline HelbingBgB. Andreis
Christian StüdemannBgJ. Voss
Clara&MathildeBgH. Voss
Der SchwanBgW. Fretwurst
Elisabeth MenzBkA. Bruss
EmmaBgF. Gerber
Ernest KuyperBg C. Wendt
Ernst BrockelmannBkP.F. Andreis
Ernst&EliseBkH.C. Voss
ExpressBgW. Fretwurst
Fanni SuppicichBgJ. Korff
FortschrittBgP.L. Voss
Frau AmalieBgJ.J. Korff
Georg BeckerBkP.F. Staben
Graf BismarkBgJ.P.T. Kleist
Herzog GeorgBkF. Jahnke
HoffnungBkH. Fretwurst
IndustrieBkF. Fretwurst
Lousie BachmannBgJ.H. Fretwurst
Lucy&PaulBkJ.F. Anreis
MartinBgP. Westphal
Matthias EversBgP.F.L. Andreis
NautilusBgE. Bruss
NiclotBgF. Fretwurst
OberonBgJ.P.H. Westphal
Paull GramppSchL. Voss
RibnitzBkG. Fretwurst
ScharnhorstBkF.J.F. Harder
Sophi EliseSchBgH. Staben
Sophi GörbitzBkP. Andreis
TugendBgH. Voss
VereinBkJ.F. Jahnke
WarnowBg H. Permin
WilhelmineBgJ.P.F. Andreis
WolfgangBgH. Fretwurst

Hafen

Ein Hafen auf der Ostseeseite hat es nie gegeben. Der Ladungsumschlag wurde auf der Ostsee in der Nähe von Neuhaus über Leichter realisiert.

Berühmt geworden ist die unter Denkmalschutz stehende Dändorfer "Salzstrasse" welche im 18. Jahrhundert die kürzeste Verbindung für die Salzverschiffung von der Saline in Bad Sülze über die Recknitz und den Bodden bis zum Leichterumschlag auf der Ostsee war.

Dähndorfer Salzstraße
Dähndorfer Salzstraße
Dähndorfer Salzstraße
Dähndorfer Salzstraße

Umschlagplatz in Neuhaus

Der Umladeplatz bei Neuhaus trägt den bezeichnenden Flurnamen "dat Soltlock" (das Salzloch).

Der Dierhäger Boddenhafen

Auch auf der Boddenseite hatte Dierhagen bis in die Neuzeit keinen Hafen. Die Fischerboote lagen am Schilfgürtel oder direkt am Boddendeich. Der Hafen wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und war viel weiter dem Land vorgelagert als der jetzige Hafen. Die Dierhäger sprachen von einem "Drachenhafen" da die Form des ersten Hafens an einen Drachen mit offenen Flügeln erinnerte. Die Lage des heutigen Hafens ist das Ergebnis umfangreicher Sandaufschüttungen im Laufe der letzten einhundert Jahre.

Bis zum Ende der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es dann in Dierhagen eine rege Fahrgastschifffahrt, die vor allem eine komfortable Verbindung nach Ribnitz oder nach Wustrow bot. Mit dem Start einer regulären Busverbindung in Richtung Fischland wurde diese Verbindung jedoch wegen Unrentabilität eingestellt. Der Verkehr lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in bescheidenen Masse wieder auf und wird heute (Saison 2007) von einem Wustrower Reeder betrieben.

Ein bescheidener Frachtverkehr, der vor allem Brenn- und Baustoff nach Dierhagen brachte, wurde bis in die 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts betrieben. Die Steine für die Gebäude des Ernst-Moritz-Arndt Heims, der heutigen Parkresidenz und Kurverwaltung, wurden mittel Lastkähnen über den Dierhäger Hafen umgeschlagen.

Der Hafen in seiner heutigen Form ist das Ergebnis eines umfassenden Umbaus Mitte der 90-er Jahre.

Ein aktueller Blick auf den Hafen

Webcam Dierhagen / Hafen - Europe, Germany, Ostseebad DierhagenOstseebad Dierhagen

Fischerei

Die Fischerei spielte zu Beginn der deutschen Besiedlung keine Rolle.
Wegen des Fischreichtums der Boddengewässer gewann die Boddenfischerei rasch an Bedeutung. In der Zeit von 1328 bis 1599 kontrollierte das St.-Klarissen-Kloster Ribnitz den Fischhandel und beanspruchte ebenso das Vorkaufsrecht der Fänge.

Das Kloster unterhielt im Bereich S-lich der heutigen Hafenstraße einen Karpfenzuchtteich. Wann der Teich trockengelegt wurde ist nicht bekannt. Heute stehen in diesem Gebiet Häuser.

Auf dem Bodden wurden Zeesenboote bereits seit 1350 eingesetzt. In der Stralsunder Chronik wird der "Zesekahn" im Jahr 1449 erwähnt und in der Barther Fischerordnung findet sich im Jahr 1681 der Begriff "Zeesen".
Das Wade Ziehen und das Plummen waren weitere Möglichkeiten der mobilen Fischerei. Als stationäres Fischereigeschirr für die Boddenfischerei wurden Reusen, Stellnetze, Aalspeeren und Aal- bzw. Hechtangeln genutzt.
Das bei Eisbedeckung des Boddens übliche "Klappern", eine Methode bei dem das Fischereigeschirr unter das Eis geschoben und auf eine Holzbohle "geklappert" wird, wurde erst zum Ende des 19. Jahrhunderts von aus Pommern eingesiedelten Bauern und Fischern eingeführt.

Die Fischerei auf der Ostsee wurde früher in weit größerem Umfang betrieben als heute. Dies betraf vor allem die Heringssaison, im Frühjahr mehr als im Herbst. Aber auch auf Lachse, Hornhechte, Dorsch und Schollen wurden gefischt.

Schon in früheren Jahrhunderten gab es gute und auch schlechte Jahre für die Fischerei. Überliefert ist, dass im Herbst 1786 über eine schlechte Heringsaison geklagt wurde während 1895 die Lachsfischer auf der Ostsee in nur einer Nacht 400 Pfund Lachs gefangen hat.

Heute sind in Dierhagen noch zwei Fischer tätig. Fangfrischer Fisch ist in der Regel am späten Vormittag am Hafen zu bekommen. Aber auch hier gilt, vorheriges Anfragen erspart traurige Gesichter. Wie das Anlanden , das Ausnehmen und der Verkauf der Fische in der Regel funktioniert zeigt folgende kleine Bildergalerie.

Der Fischer wird erwartet
Ankommendes Fischerboot
Das Boot macht fest und der Fisch wird angelandet

Fischer beim Anlanden
Fische Ausnehmen ist eine Kunst
Fisch filetieren
die nicht jeder kann,
Fisch filetieren
jahrelange Übung
Fisch filetieren
und ein scharfes Messer
Fisch filetieren
sind die Voraussetzung, damit es klappt.
Fisch filetieren
Richtig gewogen
Fisch abwiegen
kann der Fisch vekauft werden.
Fischverkauf
 

Tonnenabschlagen

Obwohl urkundliche Belege fehlen, wird angenommen, dass das Tonnenabschlagen nach der der Besetzung Mecklenburgs und Pommerns durch die Schweden (1648 bis 1815) eingeführt wurde.

Beim Tonnenabschlagen wird ein Holzfass, in der Vergangenheit ein Heringsfass, zerschlagen. Das Tonnenabschlagen galt lange Zeit als Symbol für das Ende der Herrschaft der Schweden, sowie der Abgabe des "Zehnten" vom Fischfang.

Festlich gekleidete Männer und Frauen, früher nur unverheiratete Männer, versuchen hoch zu Ross mit einer Keule das Fass zu zerschlagen.
Es werden bei diesem "Wettkampf" vier Könige ermittelt. "Bodenkönig" wird, wer den letzten Rest des Fassbodens herausschlägt. Der "Stäbenkönig" muss des letzte Seitenbrett und der "Tonnenkönig" den letzten Rest der Tonne abgeschlagen haben. Einen besonderen Titel erhält derjenige, der zuerst vom Pferd fällt; er wird "Sandkönig".


Das Tonnenabschlagen beginnt mit dem Abholen der alten Würdenträger  und endet mit der Krönung der neuen "Könige".

Reiterkorso durchs Dorf
Reiterkorso durchs Dorf
Reiterkorso durchs Dorf
Reiterkorso durchs Dorf
Bändigung des Lieblings
Bändigung des Lieblings

Einige Zuschauer versuchen es dann den Reitern gleich zu tun und wollen ihren "Liebling" bändigen. Meistens ohne Erfolg.

The Umzug startet mit der Kavallerie.
Tonnenabschlagen
Die Würdenträger des Vorjahres.
Tonnenabschlagen
Die Reiter
Tonnenabschlagen
... der Rest des Umzugs.
Tonnenabschlagen
Die Tonne wird vorbereitet.
Tonnenabschlagen
Ist mein Geschirr in Ordnung?
Tonnenabschlagen
... im Galopp
Tonnenabschlagen
Die Krünung des "Bodenkönigs".
Tonnenabschlagen
...die besten Hüte des Abends.
Tonnenabschlagen
...gib alles.
Tonnenabschlagen
Schlag die Tonne!
Tonnenabschlagen
...mit Schwung.
Tonnenabschlagen
Pause, ein Pferd ist auch nur ein Mensch.
Tonnenabschlagen
...der letzte Schlag.
Tonnenabschlagen
...Amazonen machen auch mit.
Tonnenabschlagen
 

Badekultur

Die ersten Badegäste kamen um 1880 nach Dierhagen. Sie erwarteten reines Wasser und gute Luft, weshalb sie von den Einheimischen viele Jahre als "Fröschlings" (Frischlinge) oder "Luftsnapper" bezeichnet wurden.
Ab 1895 begann sich das Dorf auf einen umfangreichen Fremdenverkehr einzurichten. Bereits 1910 zählte Dierhagen 800 Badegäste.
Nach dem ersten Weltkrieg begann der Bau von Pensionen, Wohn- und Wochenendhäusern in Dierhagen-Strand.

Um 1930 begann der Aufbau der Ostseebadkolonie (damals noch Ribnitz gehörend, heute Dierhagen Ost).

Heute rechnet die Gemeinde Dierhagen jährlich mit etwa 670 000 Urlaubern, davon etwa 370 000 übernachtenden Gästen. Dabei erstreckt sich die Saison von Ostern bis in den Oktober hinein.

In der Ostsee kann man auf diese ...
Badespass
... oder auf diese Art baden gehen.
Badespass

Natürlich ist Schwimmen und Baden auch auf die herkömliche Art möglich. Dies ist aber bei Weitem nicht so lustig.

Dierhagen während der DDR Zeit

Nach 1950 entstanden viele betriebliche Ferienheime die heute überwiegend als Pensionen und Hotels geführt werden.

Auch für die Partei- und Staatsführung der früheren DDR war Dierhagen ein beliebtes Ferienziel. So entstanden Ferienheime für den Ministerrat und für die Führung der DDR Gewerkschaft.

Die Dierhäger Bauern wurden nicht in eine, in dieser Zeit übliche, LPG verpflichtet. Sie mussten ihr Land einem "Volkeigenes Gut" zur Verfügung stellen. Dieses beschäftigte sich hauptsächlich mit der Rinderzucht.

Dierhäger Fischer taten sich mit anderen Fischern der Nachbargemeinden und Ribnitz zu einer Fischereigenossenschaft zusammen.

Nach 1989

Die Wendezeit brachte auch für Dierhagen viele Veränderungen mit sich.

Die Urlauberzahlen brachen um 1990 kurz ein, konnten sich dann aber schnell wieder erhöhen.
Das "Volkseigene Gut" hörte auf zu existieren. Das Land ging in die Hände der Bauern zurück. Von den ehemaligen Stallanlagen ist heute nichts mehr zu sehen.

Im Bereich des Dorfes entstanden neue Wohnsiedlungen, die Straßen wurden asphaltiert bzw. gepflastert. Im Bereich der Gemeinde entstanden viele Kilometer Radweg.

Die Bemühungen Dierhagens um eine urlauberfreundliche Infrastruktur und um die Sicherstellung einer umfangreichen Urlauberbetreuung wurden 1998 mit der Auszeichnung als "Staatlich anerkanntes Seebad" belohnt.

Heute ist Dierhagen eine quirlige Gemeinde zwischen Bodden und Ostsee mit einer Kirche, einer freiwilligen Feuerwehr, zwei Bäckern, einem Supermarkt (bald sollen es zwei sein; geplante Eröffnung September 2007; wird sich wohl noch ein wenig hinauszögern), einer Drogerie, einem Zahnarzt, einem Arzt, einer Sparkasse, jede Menge Hotels, Gaststätten und Kneipen für jeden Geldbeutel, einer hervorragenden verkehrstechnischen Infrastruktur und viel unverbauter Natur.

Hotels und Gaststätten in Dierhagen

Die folgende Empfehlung basiert auf eigene Erfahrungen.

Für die gehobene Gastronomie ist unbedingt ein Besuch im Opens external link in new windowHotel "Blinkfüer" zu empfehlen.

Nicht umonst hat das Hotel 4 Sterne.

Wir fanden die Scampi-Spieße als Vorspeise und das Wildhasenfilet als Hauptgericht absolut umwerfend.

Der Gast hat die Wahl zwischen zwei separaten Restaurants. Wir finden es in beiden sehr angenehm.

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