Abbildung Website QR Code Abbildung Fuerstenberg Logo

Fürstenberg

Fürstenberg

ECDIS in Operation

ECDIS in Operation

current language pointerde flaguk flag

Gute Seemannschaft

Die Navigation mit ECDIS unterscheidet sich nicht wesentlich von der Navigation mit der Papierseekarte. ECDIS befreit die Schiffsführung nicht von einer vernünftigen Reisevorbereitung.

Da ich nicht beabsichtige Schulwissen zu verbreiten, sind hier nur die wichtigsten Punkte aufgeführt, die berücksichtigt werden sollten.

 

Die Reisevorbereitung umfasst:

  • die Konsultation von nautischen Publikationen,
  • die Betrachtung meteorologischer Daten,
  • ggf. die Konsultation von meteorologischer Routenberatung,
  • die Beachtung von Wegeführungssystemen,
  • die Beachtung von Schiffmeldediensten und Verkehrssicherungssystemen,
  • die Beachtung von verfügbaren Lotsendiensten,
  • die Nutzung verfügbarer Hafeninformationen,
  • die Information über vorhandene landgestützte Notfallvorrichtungen,
  • die Wechselwirkung von Schiffstyp, Ladung, Route.

Für die Festlegung der Reiseroute:

  • banal, aber der Anfang- und Endpunkt einer Reise sollte bekannt sein,
  • die Wahl sinnvoller Kursänderungspunkte,
  • die Routenbreite,
  • die notwendige Verkehrsbreite (XTE),
  • die maximal zulässige Abweichung von der geplanten Route,
  • die Zuordnung einzelner Abschnitte zur Großkreisfahrt oder Kursgleichfahrt,
  • die maximal zulässige Kursabweichung sowie
  • die Bahnradienten bei Kursänderungen.

Weiterhin sind zu beachten:

  • eine sichere Geschwindigkeit
  • Geschwindigkeitsreduzierung um Tagpassagen zu ermöglichen, Tidenfenster zu erreichen oder Gezeitenströme auszunutzen,
  • Underkeel clearance,
  • ggf. Maschinenwartung auf hoher See (wir denken an die Reinigung eines Spülluftkanals),
  • Drehkreis und Manöverkennwerte,
  • eine regelmäßige Ortsbestimmung unter Nutzung aller dafür möglichen Hilfsmittel,
  • Umweltschutz und
  • Vorsorge für Notfälle (Menschenleben, Schiff, Landung).

Ist die Reise einmal angetreten sind wenigstens folgende Punkte zu beachten:

  • der Zustand der Navigationsausrüstung,
  • das ETA an den jeweiligen Kursänderungspunkten oder anderen signifikanten Punkten während der Reise,
  • die meteorologischen Bedingungen sowie die Verkehrssituation.

Mein Freund David Acland, ein erfahrener ehemaliger Royal Navy Kapitän, hat freundlicherweise einige Punkte zugefügt, die von der Schiffsführung beachtet werden sollten:

  • Treibstoffverbrauch und Bunkerr;
  • Fisch- und Trinkwasserplanung;
  • Nothäfen;
  • Ausweichhäfen;
  • Sonnenauf- und -untergang, nautische Dämmerung;
  • ETA für Land in Sicht;
  • Maßnahmen, falls das Land in Sicht nicht von Erfolg gekrönt ist;
  • Zeitzonenwechsel;
  • Zeitzone an Land und
  • wann werden bei Zeitzonenwechsel die Borduhren gestellt.

Einige systemgenerierte automatische Kontrollfunktionen für die Reise- und Routenplanung, den Routencheck und die Durchführung der Reise sind in den Abbildungen graphisch dargestellt.

Reisezeitplanung

Die Reisezeitplanung ist der Oberbegriff für die Routen- und Zeitplanung.

Darstellung Routenpunkttabelle
 Route mit Routenpunkttabelle

Routenplanung

Die Routenplanung kann erst nach Bekanntgabe des Zielhafens erfolgen. Die Route wir eingezeichnet oder die Koordinaten der Wegepunkte werden eingegeben/eingelesen.

Das Ergebnis ist eine Routenplantabelle.

Erstellen Wegepunktnotiz
 Erstellen der Notiz
Anzeige Wegepunktnotiz
 Anzeige der Notiz

Jeder Kursänderungs- oder Wegepunkt kann mit einer Notiz versehen werden, die dann zur Anzeige kommt.

XTE auf 50 m
 XTE auf 50 m

Die notwendige Verkehrsbreite kann für jeden Routenabschnitt extra eingestellt werden. Im nebenstehenden Beispiel wurde die Breite auf 50 m eingestellt. Entsprechend ist die Anzeige für diesen Abschnitt geändert worden.

Sichere Wassertiefe 10 m gesetzt
 Sichere Wassertiefe 10 m gesetzt
Ergebnis des Routenchecks
 Ergebnis des Routenchecks
Sichere Wassertiefe auf 15 m geändert
 Sichere Wassertiefe auf 15 m geändert
Ergebnis des Routenchecks
 Ergebnis des Routenchecks

Routencheck

Mit oder nach der Routenplanung wird die Planung überprüft; der Routencheck. Eine Route wird für den jeweils aktuellen Schiffszustand als brauchbar eingestuft, wenn der Routencheck kein Risiko mehr anzeigt.Der Routencheck ist bei jeder Änderung der Reiseroute erneut vorzunehmen.

Die Ergebnisse des Routenchecks hängen u.a. von vorgegebenen Schiffsparamentern wie dem XTE ab.

 

Ebenfalls in Abhängigkeit der Schiffsparamenter kann es während der Reise zu weiteren Warnungen auf der Route kommen. Es liegt in der Verantwortung des Wachoffiziers diese zu werten und entsprechende Handlungen einzuleiten. Ein bloßes Wegdrücken der Alarme ist dabei nicht sinnvoll.

 

 

Im nebenstehenden Beispiel wurde die sichere Wassertiefe geändert. Das ist aber nicht immer das Mittel der Wahl. Möglicherweise muss auch über eine Änderung der Route nachgedacht werden.

watchdog settings
 Einstellungen der automatischen Überwachungsfunktion

Routenüberwachung

Ist die die Route als für das Schiff brauchbar eingestuft kann die Reise losgehen. Gemäß IMO Performance Standard soll sich die zu befahrene Route von evtl. Alternativrouten unterscheiden. Eine Modifizierung der zu befahrenen Route oder aber die Änderung auf eine Altenativroute soll möglich sein.

 

Es gilt immer im Hinterkopf zu behalten: "Die geprüfte Route ist brauchbar für das Schiff, aber nicht für jede Situation."

Aktivierung WP 3
 Aktivierung WP 3

Nach Erreichen des WP 2 wird als neues Ziel WP 3 aktiviert (gelbe Markierung).

Watchdog zeigt Alarm
 Watchdog zeigt Alarm

Der automatische Alarm zeigt die Annäherung an eine Gefahrenquelle an. Es ist höchste Zeit etwas zu unternehmen.

 

Bitte wundern Sie sich nicht über den eingeschlagenen Kurs. Er diente zur Aktivierung des automatischen Alarms. Sonst bleibt es auf dieser Reise eher "langweilig".

Tagebucheintrag
 Tagebucheintrag

Wir legen relativ hart Backbord und weichen den Tonnen aus. Die automatische Tagebuchführung macht um 0600 einen entsprechenden Logbucheintrag und zeigt den Karteneintrag an.

Erstellen der Notiz
 Erstellen der Notiz
Anzeige der Notiz
 Anzeige der Notiz

Nachdem wir der Kollision mit den Tonnen gerade so aus dem Weg gegangen sind steuern wir jetzt auf WP 3 zu.

 

Der WP 3 wird mit einer Notiz versehen diese anschließend zur Anzeige gebracht wird.

Verkehrsbreite 500 m und automatische Überwachung
 Verkehrsbreite 500 m und automatische Überwachung

Für den letzten Abschnitt legen wir notwendige Verkehrsbreite auf 500 m fest. Die automatische Überwachung gibt eine Warnung.

Warnungsinhalt
 Warnungsinhalt

Der Grund des automatischen Alarms kann angezeigt werden. In diesem Fall nähern wir uns einem Tiefengebiet an. Zum leichteren Auffinden der Gefahrenquelle ist diese mit einer Position versehen.

 

Die Schiffsführung ist gezwungen, sich mit der Gefahrenmeldung auseinander zu setzten.

Der Gebrauch unterschiedlicher Kartenformate

Sehr oft ist es notwendig, dass ECDIS System mit anderen Kartenarten, z.B. Rasterkarten zu betreiben. Die Nebenbedingungen bei der Benutzung beider Kartenarten, wenn auch möglicherweise nur für Abschnitte der gesamten Reise, werden im Bereich unter ECDIS Grundlagen, Abschnitt Vektor/Raster beschrieben.

letzte Aktualisierung 31. Januar 2010