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Fürstenberg

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Eileen / Geographie

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Die vorliegende Ausarbeitung ist das Ergebnis einer Hausarbeit in Klasse 10.

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Ernährungsprobleme der Welt/

Konfliktstoff Wasser

vorgelegt von Eileen Fürstenberg

Klasse 10/1 im Schuljahr 2004/2005

Ribnitz-Damgarten, April 2005

Inhaltsverzeichnis

1           Über- und Unterernährung

1.1        Widerspruch zwischen Über- und Unterernährung

2           Ursachen des Hungers

2.1        Ursachen des Hungers in Verantwortung der Entwicklungsländer

2.1.1     Verdrängung der Nahrungskulturen durch Exportkulturen

2.1.2     Rückständigkeit der Landwirtschaft

2.1.3     Besitzverhältnisse in der Landwirtschaft

2.1.4     Hoher Bevölkerungszuwachs

2.1.5     Einschränkung der Nutzung durch Ungunstfaktoren

2.2        Ursachen des Hungers in Verantwortung der Industrieländer

2.2.1     Verfütterung von Getreide in der Viehwirtschaft

2.2.2     Ungeeignete Entwicklungshilfe

2.2.3     Eingriffe der Industrieländer in den internationalen Agrarhandel

3           Konfliktstoff Wasser

3.1        Entwicklung der Wasserversorgung zwischen 1995 und 2050

3.2        Sauberes Trinkwasser

3.2.1     Gründe der Verknappung

3.2.2     Globale Zusammenhänge

3.2.3     Vorschläge zur Konfliktlösung

4           Quellennachweis

 

1 Über- und Unterernährung

1.1 Widerspruch zwischen Über- und Unterernährung

Die Aussage, dass alle Menschen auf der Welt satt werden könnten, ist richtig. Doch leider wird ein Drittel der Menschheit ungenügend oder nicht mit Nahrungsmitteln versorgt. Die Weltnährungslage zeigt zwei Gesichter. Hunger und Überernährung.

Viele Menschen in den Entwicklungsländern der Dritten Welt sind unterernährt und suchen ihr „Essen“ auf dem Müll. Durch diese „Ernährung“ werden die Menschen schnell mit Krankheiten infiziert, die im Extremfall sogar unheilbar bis tödlich sein können.

In den Industrieländern kennt man keinen Hunger und keine Not. Die Getreidesilos im Norden Amerikas und in der Europäischen Union sind überfüllt und Verkaufsläden sowie Verkaufsstände bieten ein breites Angebot an Fleisch-, Früchte- und Gemüsesorten zu jeder Jahreszeit an. Selbst das Futter für die Viehzucht in den Industrieländern ist besser als das „Essen“ der Menschen in den Entwicklungsländern. Es ist das Beste vom Besten.

In den entwickelten Industrieländern wird jährlich so viel Getreide an Vieh verfüttert, dass etwa 2,5 Milliarden Menschen hätten ernährt werden können. Außerdem bekommt das Vieh 40% des Weltgetreides, 50% der Fischfänge (Fischmehl), 60% der Ölsaaten und 1/3 der Milchproduktion. Durch den intensiven Einsatz dieser Nahrungsmittel ist die Viehwirtschaft in den Industrieländern im Vergleich zu den Entwicklungsländern um ein vielfaches effektiver.

2 Ursachen des Hungers

2.1 Ursachen des Hungers in Verantwortung der Entwicklungsländer

2.1.1 Verdrängung der Nahrungskulturen durch Exportkulturen

In den Entwicklungsländern benutzen die Menschen den größten Teil des besten Ackerlandes für Exportkulturen und vergessen dabei den Anbau der Nahrungskulturen für die Versorgung der eigenen Bevölkerung.

2.1.2 Rückständigkeit der Landwirtschaft

Durch die Nutzung technisch unterentwickelter Werkzeuge ist eine effektive Bodenausnutzung nicht möglich. Während in den Industrieländern mit hoch entwickelter Technik gearbeitet wird, ist in den Entwicklungsländern der Stand der Arbeitswerkzeuge seit hunderten von Jahren unverändert.

2.1.3 Besitzverhältnisse in der Landwirtschaft

Die Bauern besitzen nur kleine Pazellen Land. Dadurch bearbeiten sie eine geringe Fläche Agrarland. Der Einsatz effektiveren Bearbeitungswerkzeugen ist bei solch geringen Landflächen nicht möglich und zu teuer.

2.1.4 Hoher Bevölkerungszuwachs

Die Eltern gebären viele Kinder, damit diese in der Landwirtschaft helfen und als Altersvorsorge dienen, doch dass sie ihre eigenen Kinder ernähren müssen können, daran denken sie meistens nicht.

2.1.5 Einschränkung der Nutzung durch Ungunstfaktoren

Die natürlichen Ursachen für Hungernöte sind Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben, Insektenplagen oder eine schnelle Ausbreitung von Krankheiten der Nahrungsmittelpflanzen.

Vom Menschen verursachte Nahrungsmittelknappheit kann u. a. durch Kriege oder Unruhen hervorgerufen werden.

2.2 Ursachen des Hungers in Verantwortung der Industrieländer

2.2.1 Verfütterung von Getreide in der Viehwirtschaft

Das Futter für die Viehwirtschaft in den Industrieländern wird größtenteils aus den Entwicklungsländern importiert.

2.2.2 Ungeeignete Entwicklungshilfe

Die Industrieländer sind nur begrenzt in der Lage, die von ihnen geleistete Entwicklungshilfe Ziel gerichtet in den Entwicklungsländern einzusetzen. Dadurch kommt es zu ungewollten Resultaten.

2.2.3 Eingriffe der Industrieländer in den internationalen Agrarhandel

Durch gewollte und ungewollte Beeinflussung des Aufkaufs von Agrarartikeln durch die Industrieländer werden Entwicklungsländer zur monokulturellen Anbau gezwungen und haben anschließend nur noch geringe Chancen diese Monokulturen rückgängig zu machen.

3 Konfliktstoff Wasser

3.1 Entwicklung der Wasserversorgung zwischen 1995 und 2050

Die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser wird zwischen 1995 und 2050 um ca. 35% abnehmen. Dabei wird sich die Anzahl der Menschen, die unter Wasserknappheit leiden, vervierfachen. 2050 werden 6-mal soviel Menschen wie 1995 unter Wassermangel leiden. Es ist davon auszugehen, dass die nicht ausreichende Verfügbarkeit von Wasser bis zum Jahr 2050 ein ernstzunehmendes Problem für die Menschheit werden wird. Die Versorgung der Menschen mit Wasser wird eine der größten Herausforderungen in der Zukunft sein. Die Gründe für die Probleme der Wasserversorgung können persönlicher, lokaler oder globaler Natur sein, siehe 3.2.1 und 3.2.2. Dementsprechend variabel sind auch die Lösungsmöglichkeiten für diese Probleme, siehe 3.2.3.

3.2 Sauberes Trinkwasser

Gründe der Verknappung

Steigender Wasserverbrauch

Bis 2025 wird die weltweite Wasserentnahme um ca. 30% zunehmen. Im gleichen Zeitraum wird sich der Wasserverbrauch um ca. 20% steigern. Das ist eine Verdopplung des Wasserverbrauchs innerhalb der letzten 50 Jahre. Dabei wird der Verbrauch in den Ländern des Nordes 4-6-mal höher als in den Ländern des Südens sein.

Steigende Bevölkerungszahl

Bei einem Anstieg der Gesamtbevölkerungszahl auf ca. 8 Milliarden Menschen im Jahr 2025 wird der Wasserverbrauch des Gesamtökosystems Mensch/Umwelt/Natur über der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge liegen.

Wasserbedarf für die Landwirtschaft

In den industrialisierten Ländern liegt der Wasserbedarf für die Landwirtschaft bei ca. 30 % des Gesamtwasserverbrauchs. Dagegen liegt er in den schwach industrialisierten Ländern bei ca. 80 %.

Wasserbedarf für die Industrie

Der Wasserbedarf für die Industrie wird in den nächsten 20 Jahren um ca. 1/3 des heutigen Verbrauchs steigen. Dabei fällt der Anstieg in den schwach industrialisierten Ländern prozentual höher aus, da in diesen Ländern die industrielle Entwicklung stärker sein wird.

Verbrauch der verfügbaren Süßwasserreserven

Der Anteil von Süßwasser am Wasserverbrauch der Bevölkerung liegt bei 50–100 %. Die Entnahme von Grundwasser liegt örtlich über der Zuflussmenge. Dabei kann es zu einer Übernutzung der Grundwasservorräte durch Tiefbrunnen kommen. Das führt zur Versandung  und Versalzung der Grundwasserbecken.

Verringerung der Süßwasserreserven

Verfügbare Süßwasserreserven können durch Düngemittel oder ungeklärter Abwässer kontaminiert werden. Weltweit werden nur ca. 5% der Süßwasserreserven gereinigt. Eine Erhöhung der Kontaminierung durch Industrieabfälle, Pestizide, Haushaltsmüll etc. ist zu befürchten.

3.2.2 Globale Zusammenhänge

Globale Klimaerwärmung

Durch längere Dürreperioden kommt es zu Wassermangel. Das Abschmelzen von Gletschern und Eisreserven an den Polen hat einen Anstieg des Wasserspiegels in küstennahen Feuchtgebieten zur Folge. Schätzungen  gehen davon aus, dass die Verantwortlichkeit der globalen Klimaerwärmung für die weltweite Wasserverknappung bei 20 % liegt.

Abholzung der Wälder

Die Absenkung des Grundwasserspiegels ist ein Resultat der Abholzung von Wäldern. Ehemaliger Waldboden hat eine geringere Wasserspeicherfähigkeit. Es kommt zur Störung des Wasserabflussverhaltens und zu einer Erhöhung der Wasserstandvariabilität von Flüssen durch fehlende Wasserspeicherungsmöglichkeiten. Ein weiteres Resultat ist die globale Erwärmung durch mangelnde Wärmeabsorption. Dabei wird die Bodenerosion erhöht. Letztendlich ist eine regionale Klimaänderung die Folge.

Veränderung der Bodenfunktionen

Die Bildung wüstenähnlicher Gebiete führt zu einer Verschärfung der Wasserknappheit und zu Veränderungen des lokalen Klimas.

Nutzung nicht angepasster Agrartechnik

Es kann zur Grundwasserabsenkung und Bodenversalzung kommen. Die regionale Wasserbilanz wird nachhaltig verändert. Die Möglichkeit von Konflikten wegen unterschiedlicher Wassernutzung besteht.

Vernachlässigung ehemaliger landwirtschaftlich genutzter Gebiete

Eine Aufgabe der Bewässerungssysteme führt zu zunehmenden Sedimenteintrag in Flüssen. Diese können daraufhin versanden und die Wasserversorgung in talwärts gelegenen Gebieten beeinträchtigen.

Trockenlegung von Feuchtgebieten

Die Trockenlegung von Feuchtgebieten führt zu einer geringeren Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.

Urbanisierung ländlicher Gebiete

Es kommt zur Versiegelung von Flächen. Es besteht die Gefahr eines erhöhten Wasserverbrauchs durch eine fehlende Wasserinfrastruktur und mangelnden Wasserverwaltung. Durch Besiedlung kommt es zur Veränderung natürlicher Abflussflächen und zur Absenkung des Grundwasserspiegels.

Luft- und Wasserverschmutzung durch Industrie und Fortbewegungsmittel

Verschmutzung der Gewässer, saurer Regen, die Gefährdung des Ökosystems Meer und letztendlich globaler Klimawandel sind Folge zunehmender Luft- und Wasserverschmutzung durch Industrie und Fortbewegungsmittel.

Militärische Nutzung

Bei Kampfhandlungen wird die Taktik der gezielten Umweltvernichtung eingesetzt. Außerdem kommt es zur Kontaminierung von Wasser durch Einsatz toxischer Kampfstoffe.  Kriegerische Handlungen können wasserrelevante Infrastrukturen zerstören.

Schädigung durch Fehlplanungen bei Großprojekten

Fehlplanungen von Großprojekten führen zu langfristiger negativer Beeinflussung des Wasserhaushalts. Es kommt zur Änderung der Sedimentdynamik, der Verschlechterung der Wasserqualität und der Veränderung des Grundwasserspiegels.

3.2.3 Vorschläge zur Konfliktlösung

Bildung von Wasserbewusstsein – Sensibilisierung des Erkennens globaler Verantwortung

Es ist wichtig, dass alle Menschen auf dieser Welt sparsam mit dem Wasser umgehen. Regierungen, Firmen und auch Einzelpersonen müssen sich darüber bewusst werden, dass nutzbares Wasser nur begrenzt verfügbar ist. Stellen sie sich dieser Verantwortung nicht, wird es zwangsläufig zu Wasserknappheit kommen. Es ist wichtig, dass bei der Nutzung von Wasser auch an die gedacht wird, auf die der Wasserverbrauch negative Folgen haben könnte.

Landwirtschaftliche Produktion

Es ist eine Verringerung der Pestizideinträge und der Düngemitteleinträge erforderlich. Das führt zu einer Verhinderung der Kontaminierung des Wassers. Klimatisch günstige Fruchtfolgen sollten für einen optimalen Wasserverbrauch ausgenutzt werden.

Umwelt- und sozialverträgliches Wassermanagement

Zu einem umwelt- und sozialverträglichem Wassermanagement gehören die Abwasserklärung und die Wasseraufbereitung über Kläranlagen. Eine sparsame Nutzung von Wasser sollte selbstverständlich sein. Die Abstimmung internationaler Großprojekte, die den Wasserhaushalt nachhaltig beeinflussen, ist wichtig, um militärische Konflikte wegen Wasser zu verhindern.

Umweltschutz

Konsequenter Umweltschutz führt zur Verringerung der Schadstoffeinträge in Luft, Boden und Wasser.

Verbesserung bisher unzureichend genutzter Wasserreserven

Meerwasseraufbereitungsanlagen sind eine Möglichkeit Wasserreserven zu nutzen. Dies betrifft vor allem Gebiete, die keine oder unzureichende Grundwasserreserven haben.

4 Quellennachweis

UNESCO, Wasserbericht, Internet

"Journal Aquatic Science", Internet

UN, Wasserentwicklungsbericht, Internet

Sebastian Sewaldt, Referat " Die Wasserkrise", Internet

www.stadtrevue.de

www.die-gdi.de

www.hr.de

letzte Aktualisierung 21. März 2008