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Fürstenberg

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Eileen / Geschichte

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Hier findet sich eine Ausarbeitung zum Thema:

 

Die französische Revolution als Geburtsstunde der modernen Frauenbewegung

 

1. Aufgabe: Warum gilt die französische Revolution als Geburtsstunde der modernen Frauenbewegung?

 

Die französische Revolution umfasste den Zeitraum von 1789 bis 1799. Grundlegende Definitionen der Menschenrechte und eine Änderung der Herrschaftsform in Frankreich waren das Ergebnis dieser Revolution. Gleichsam wird die franz. Revolution als Geburtsstunde der modernen Frauenbewegung angesehen.

In der Zeit vor der französischen Revolution wurde die Frau als Eigentum des Mannes angesehen. Die vorherrschende Auffassung wird im folgenden Zitat von Diderot deutlich: "Mädchen haben im Hause zu bleiben, sich kleiden und putzen, Musik und Tanz, das sind die Beschäftigungen für Mädchen in ihrer Jugend [...] ein kleiner Aufsatz über Erdkunde, Mythologie und Geschichte, das ist der ganze Unterricht."[1]

Leitgedanken der französischen Revolution wie Freiheit, Gleichheit und Souveränität wurden am 26. August 1789 durch die Nationalversammlung verkündet. Artikel 1 sagt: "Die Menschen sind und bleiben von ihrer Geburt an frei und gleichberechtigt." Die Nationalversammlung ging jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit, diesen Artikel auch auf die Frauen zu übertragen.

Die überwiegend von den Frauen des Bürgertums gegründeten Frauenclubs informierten sich über politische Ereignisse und debattierten über Politik und Gesellschaft. Diese Vereinigungen machten durch Zeitungen, Broschüren, Denkschriften und Petitionen ihre Forderungen öffentlich und stellten sie der Nationalversammlung zur Diskussion. Als eine Folge stellte Olympe de Gouges im Jahr 1791 einen weiblichen Gegenentwurf zur allgemeinen Menschenrechtserklärung, die "Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne2 ("Deklaration der Rechte der Frau und Bürgerin") in der Nationalversammlung zur Diskussion. Dieser Entwurf wurde von der Nationalversammlung nicht beachtet. Die Nationalversammlung befürchtete, dass aufgrund der starken Neigung vielen Frauen zur katholischen Kirche die Revolution geschwächt werden würde.

Der Entwurf Olympe de Gouges ist jedoch ein politisches Programm, an dem sich in der Folge die Politik der Frauenbewegungen vergleichen lassen kann.

Am 5. Oktober 1789 stellte die Frauenbewegung unter Beweis, dass sie in der Lage ist politische Änderungen herbeizuführen. Aufgrund von Teuerung, Brotknappheit und Arbeitslosigkeit kam es zum Marsch der Pariserinnen (7000) aus den Vorstädten und Markthallen nach Versailles. Dieser hatte den Umzug des Königs nach Paris und die Ablösung des Absolutismus als Herrschaftsform zur Folge, da nun der König und die Nationalversammlung unter dem Einfluss der Hauptstadt standen.

 

Zusammenfassend kann ich feststellen, dass es für die damalige Zeit bemerkenswerte Denkansätze über die Rolle der Frau in der Gesellschaft gegeben hat. Mit der Formulierung von grundlegenden Gesellschaftsansprüchen haben die Frauen die Grundlagen für weiterführende Diskussionen gelegt. Das sich Frauen wie Olympe de Gouges gewagt haben sich gegen die männliche Dominanz in der Politik zu stellen, war bis dato einmalig.

Das Frauen in der heutigen Zeit gesellschaftlich anerkannt und gleichberechtigt sind ist ein Ergebnis der Frauenbewegung während der französischen Revolution.

 

2. Aufgabe: Kursbuch Geschichte S. 125, Quelle M10, Nummer 1

 

In der Quelle "Aus der Begründung des Pariser Sicherheitsausschusses über ein prinzipielles Verbot der Frauenclubs, Oktober 1793" finden sich eine Vielzahl von Argumenten, die gegen eine politische Tätigkeit von Frauen sprechen.

Einleitend wird festgestellt, dass Frauen zur Erledigung häuslicher Arbeiten von Natur aus bestimmt sind (Z. 1-3). Diese Feststellung wird benutzt, um der Frau ihre natürlichen Grenzen zu zeigen. Mit dem Argument, dass die von der Natur gesetzten Grenzen nicht überschritten werden können (Z. 8-10), wird der Frau deutlich gemacht, dass sie keine Chance hat in der Politik tätig zu werden.

Der Mann ist aufgrund seiner natürlichen Konstitution für die Künste und schwere Arbeiten geeignet (Z. 14-15), weil er stark, robust, energiegeladen, kühn und mutig geboren wurde. Diese Eigenschaften verleihen ihm die Möglichkeit sich in der Landwirtschaft, dem Handel, der Schifffahrt, des Reisens und des Kriegführens zu beschäftigen (Z. 15-18). Daraus wird ableitend geschlussfolgert, dass er Kraft, Intelligenz und Kompetenz besitzen muss und damit die Voraussetzung besitzt tiefgründige geistige Arbeit zu verrichten.

Frauen können diese Eigenschaften nicht besitzen, da ihnen von Natur aus andere Aufgaben zugedacht wurden. Ihre Aufgaben umfassen die Erziehung der Kinder, vor allem "den Geist und das Herz der Kinder auf die öffentlichen Tugenden vorzubereiten, sie von früh an zum Guten hinzulenken, ihr Gemüt zu entfalten" (Z. 27-30). Des Weiteren haben sich die Frauen um den Haushalt zu sorgen. Es wird argumentiert, dass wenn die Frauen die ihnen von der Natur zugeteilten Aufgaben erfüllen, sie sich um das Vaterland genug verdient gemacht haben (Z. 31-32).

Abschließend wird auf die Frage ob es die Sittsamkeit einer Frau erlaubt, "[...] sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und gemeinsam mit dem Mann zu kämpfen, im Angesicht des Volkes über Fragen zu diskutieren, von denen sie das Wohl der Republik abhängt?" (Z. 34-37) geantwortet, dass Frauen im Allgemeinen kaum zu hohen Vorstellungen und ernsthaftem Nachdenken fähig sind (Z. 37-39) und deshalb auch auf keinen Fall zur Ausübung politischer Tätigkeit im Stande sind.

 

Quellen:

  1. sammelpunkt.philo.at/archive/00000091/01/se0102arbfryker.pdf
  2. sammelpunkt.philo.at/archive/00000091/
  3. Kursbuch Geschichte; Volk und Wissen; Cornelsen-Verlag, Mecklenburg-Vorpommern

 


[1] zitiert Diderot in: Schröder, Hannelore: "Olympe de Gouges' "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" (1791). Ein Paradigma feministisch-politischer Philosophie". In: Herta Nagl-Docekal (Hgin.): Feministische Philosophie. Wien: Oldenburg Verlag, (Wiener Reihe Band 4); S 214

letzte Aktualisierung 31. März 2008