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Fürstenberg

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Erziehungswissenschaften

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Grundprinzipien Waldorfpädagogik

Das Grundprinzip der Waldorfpädagogik: Nachahmung

  • Heitere Mienen der Erzieher und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe
  • Wenn die Nachahmung gesunder Vorbilder in solcher Atmosphäre der Liebe möglich ist, dann ist das Kind im richtigen Element
  • Die Kinder haben ein tiefgreifendes Interesse an den Vorgängen der Welt und eine große Freude oder Befriedigung daran, diese Vorgänge nachzuahmen
  •  Liebe und Freude sind die Prinzipien, die immer in der Erziehung vorhanden sein sollten, im ersten Jahrsiebt sind sie besonders wichtig
  • Der Erwachsene ist in dieser Zeit das Vorbild, alles, was dem Kind vorgelebt wird, nimmt es auf und verinnerlicht es
  • Die grundlegenden menschlichen Fähigkeiten wie Gehen und Sprechen lernt das Kind durch die Nachahmung
  • Für alles Lernen ist Beziehung, Freude und Bewegung wichtig
  • Im Spiel findet eine Verknüpfung von motorischen, sozialen und gedanklichen Prozessen statt und fördert damit die Vernetzung im Gehirn (sensorische Integration)
  • Ermahnungen oder Belehrungen sprechen nur den Intellekt des Kindes an
  • So nimmt das Kind nicht nur äußere Handlungen über die Nachahmung auf, sondern unsere Mitmenschlichkeit unserer Umgebung
  • Dies bildet später die Grundlage für eigenes verantwortliches und moralisches Handeln

Gesamtkonzeption der Pädagogik

  • "Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen."
  • Die Erziehung zur Freiheit ist ein hohes Ideal und es bedarf einer genauen Kenntnis der kindlichen Entwicklung, damit dieses Ziel Realität werden kann
  • In den ersten sieben Jahren ist das Kind noch ganz damit beschäftigt, die Welt und sich selbst kennenzulernen
  • Es ist die Phase des größten körperlichen Wachstums
  • Für dieses Wachstum und die Reifung seiner Organe braucht das Kind viele Lebenskräfte
  • Diese Kräfte regenerieren sich in einem rhythmischen Tagesablauf, in dem sich Phasen der Aktivität mit Phasen der Ruhe regelmäßig abwechseln
  • Feste Tageszeiten für das Essen und Schlafen und eine gewisse gleichbleibende Struktur des Tages geben dem Kind Sicherheit und helfen ihm, seinen eigenen Rythmus zu finden
  • Wenn sich jeden Tag der vertraute Ablauf wiederholt, kann das Kind abends einschlafen in der Gewissheit, dass morgen alles wieder seine Ordnung hat
  • Im Waldorfkindergarten erleben die Kinder auch eine Strukturierung der Woche durch eine spezielle Prägung der einzelnen Wochentage
  • Die Wochen stehen wiederum unter dem Zeichen der Jahreszeiten und der Jahresfeste
  • Am Wechsel der Jahreszeiten erleben die Kinder die Vorgänge in der Natur in lebendiger und tiefer Weise
  • Sie spüren die unterschiedliche Stimmungen im Jahreslauf: Frühling - Erwachen des Lebens und Aufbruch, Sommer - Fülle und Lebenskraft, Herbst - Ernte und Einkehr, Winter - Ruhe und Innerlichkeit
  • In den Jahresfesten (Erntedankzeit, Michaeli, St. Martin, Advent, die Heiligen Drei Könige, Fasching, Ostern, Pfingsten und Johanni) finden die Kinder zu ihrer natürlichen Religiosität
  • Das Feiern der Jahresfeste kann in jeder Familie eine eigene Tradition und Verbundenheit schaffen, die oft ein Leben lang trägt
  • Die Stimmung der Jahresfeste spiegelt sich in der Raumgestaltung (Jahreszeitentisch, Blumenschmuck)
  • Jeder Waldorfkindergarten ist christlich geprägt, aber nicht konfessionell gebunden
  • In anderen Ländern und Kulturen werden die Impulse der Waldorfpädagogik gemäß der dortigen Kultur umgesetzt
  • Das christliche Element lebt dort in der Akzeptanz der anderen Religionen und Kulturen
  • Im Kindergartenalter lieben die Kinder rhythmische Geschichten, also Geschichten, in denen derselbe Sachverhalt immer wieder wiederholt und erweitert wird
  • Die Geschichten regen die Gedächtnisleistung enorm an, ohne es einseitig intellektuell zu belasten
  • Das Spiel der Kinder ist in ihrer fröhlichen, lauten oder besinnlichen Art eine wichtige und ernste Angelegenheit
  • Es ist wichtig, die Kinder in ihrem Freispiel zu beobachten und zu bemerken, wann das Kind Hilfe oder Anregung für sein Spiel braucht
  • Das Kind will mit allen Sinnen erleben, sich mit dem ganzen Körper bewegen, mit Händen und Füßen tätig sein, seine Umwelt ergreifen, begreifen
  • Die schönsten Spiele entstehen dort, wo es "nichts" zum Spielen gibt, es aber sinnlich stark angeregt wird, z.B. in der Natur
  • Im Freispiel darf (soll) ein schöpferisches Chaos entstehen, da Phantasie Freiräume und Anregung durch das Zufällige braucht
  • Das Spiel des Kindes sollte schöpferisch und frei sein
  • Das Spielzeug sollte ihm viel Raum für die eigene Phantasie lassen
  • Je einfacher das Spielmaterial ist, desto vielfältiger ist es zu verwenden
  • Das Spielzeug im Waldorfkindergarten ist schnell aufgezählt, denn es handelt sich in der Regel um einfache Gegenstände, die die Phantasie der Kinder anregen sollen und deshalb sehr einfach gestaltet sind
  • Es gibt Tücher, Bretter, Holzklötze, Körbe, Muscheln, Kastanien, Obstkerne, Eicheln, Steine, Tannenzapfen, ein paar gestrickte oder geschnitzte Tiere, einige einfache Stoffpuppen, eine Einrichtung für die Puppenstube, Nadel, Faden, Wolle, Stühle und Tische
  • Dies ist sozusagen das "Urmaterial", aus dem man fast alles herstellen kann
  • Die Sinne der Kinder sollen möglichst vielfältig angesprochen werden
  • Das Kind erlebt den unterschiedlichen Sinneseindruck, wenn es einen Stein in die Hand nimmt, die Kühle, Schwere und Glätte spürt, oder einen Tannenzapfen, der viel wärmer ist, aber keine geschlossene Oberfläche hat, der rau ist und vielleicht noch ein bisschen nach Wald riecht
  • Die Kastanien liegen von ihrer Qualität her dazwischen, sind glatt und rund wie der Stein, aber nicht so kalt und schwer
  • Die Muscheln erinnern an den Urlaub am Meer, man kann die verschiedenen Formen betrachten und mit den Fingern nachfahren
  • In der Raumgestaltung sollten die Kinder Klarheit und Ordnung und außerdem wohliges Geborgenheitsgefühl erleben
  • Denn nur aus der Geborgenheit heraus kann das Kind schöpferisch tätig werden
  • Ähnliches gilt für die äußeren Hüllen des Kindes, die Kleidung
  • Sie sollte dem Kind genügend Bewegungsfreiheit lassen
  • Jeder Waldorfkindergarten ist ganz individuell und doch kann man verschiedene Merkmale fast überall wiederfinden
  • Die Wände sind in der Regel zartrosa lasiert, diese Farbe in Verbindung mit der Maltechnik vermittelt eine Geborgenheit, die an die Situation des Kindes in der Schwangerschaft erinnert
  • Die Vorhänge, Spieltücher oder "Wände" der Spielhäuser passen sich harmonisch in dieses Gefüge ein und sind meistens mit Pflanzenfarben gefärbt, die einen weicheren, lebendigeren Farbton haben als chemische Farben
  • Die Möbel sind aus Holz und alle Spielmaterialien bestehen aus Naturmaterial
  • Der Kindergarten ist klar und übersichtlich gegliedert
  • Jedes Spielzeug hat seinen Platz
  • Diese äußere Ordnung gibt den Kindern Sicherheit und Halt
  • Der ganze Raum lebt in der Stimmung der entsprechenden Jahres- oder Festeszeit
  • Auf dem Jahreszeitentisch wird das Geschehen in der Natur versinnbildlicht
  • Die Kleidung ist unsere äußere Hülle: Die Haut muss atmen können, Schweiß wird aufgenommen und der Körper soll in angemessener Weise gewärmt werden
  • Wenn man sich diese Anforderungen verdeutlicht, kommt man schnell zu Kinderkleidung aus Naturfasern
  • Die Haut ist so etwas wie die äußere Lunge des Kindes und man sollte sie vor zu großer Belastung und Verschmutzung schützen
  • Die Kleidung ist auch Ausdruck unserer Individualität
  • Daher ist eine gewisse Zurückhaltung bei plakativen Mustern, Aufdrucken oder Farben zu empfehlen
  • Die Farbe der Kleidung beeinflusst die seelische Gestimmtheit des Kindes, rot hilft sehr aktiven Kindern ruhiger zu werden und blau hilft melancholischen Kindern aktiver zu werden
  • Bei der Ernährung schließlich sollte man ebenfalls auf Qualität und Ausgewogenheit achten, den Menschen in seiner Gesamtheit ansprechen und Einseitigkeiten vermeiden
  • Bei der Ernährung schließlich ist ebenfalls auf Gesundheit und Ausgewogenheit zu achten
  • Es ist sinnvoll, Nahrungsmittel verschiedener Pflanzenteile (Wurzel, Stängel, Blatt, Blüte oder Frucht) zu kombinieren, denn in jedem dieser Pflanzenteile findet während des Wachstums eine andere Wechselwirkung mit den Kräften aus der Umgebung statt
  • Dadurch werden dem menschlichen Organismus unterschiedliche Anregungen geboten: die Wurzeln regen die Nerven-Sinnes-Prozesse an, die Blattorgane wirken auf das rhythmische System und die Blüten oder Früchte auf die Stoffwechselvorgänge
  • Man sollte daher darauf achten, den Menschen in seiner Gesamtheit anzusprechen und Einseitigkeiten zu vermeiden
  • Produkte aus der biologischen Landwirtschaft erhöhen nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern leisten auch einen Betrag zur Gesunderhaltung der Erde, besonders die Produkte aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft

Die Grundlage der Waldorfpädagogik

  • Zu dem Menschenbild gehört auch der Gedanke von Reinkarnation und Karma, das ist vielleicht der wesentlichste Unterschied zur traditionellen Pädagogik
  • Die geistige "Substanz" des Menschen ist unsterblich, sie lebt und entwickelt sich in neuen Inkarnationen weiter
  • Der Mensch ist für sein Schicksal selbst verantwortlich und hat die Aufgabe, es hier auf der Erde zu gestalten
  • Erzieher soll dem Kind je nach Entwicklungsstand als Vorbild, Autorität oder Gegenüber dienen
  • Es gibt kein festgelegtes Programm in der Waldorfpädagogik, jeder Pädagoge ist aufgefordert, aus eigener Verantwortung die Erziehung der Kinder zu gestalten
letzte Aktualisierung 20. Oktober 2010