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Fürstenberg

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Erzeihungswissenschaften

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Herbart (1965): Umriss pädagogischer Vorlesungen

Herbart, Johann Friedrich (1965): Umriss pädagogischer Vorlesungen. In: Flitner, W. (Hrsg): Herbart. Pädagogisch-didaktische Schriften. Düsseldorf, München: Küpper, S. 165-176.

 Einleitung

  • §1. Grundbegriff der Pädagogik ist die Bildsamkeit (Übergehen von der Unbestimmtheit zur Festigkeit) des Zöglings
    • Nur bei Menschen: Bildsamkeit des Willens zur Sittlichkeit
  • §2. Pädagogik als Wissenschaft hängt von der praktischen Philosophie und Psychologie ab
    • Praktische Philosophie: zeigt das Ziel der Bildung
    • Psychologie: zeigt den Weg, die Mittel und die Hindernisse der Bildung
    • Abhängigkeit der Pädagogik von der Erfahrung
    • Menschenkenntnis genügt der Pädagogik wenig, je veränderlicher ein Zeitalter in Ansehung seiner Sitten, Gewohnheiten und Meinungen ist
    • Es verlieren allmählich alle Abstraktionen aus früherer Beobachtung den Kreis, worin sie gültig waren
  • §3. Philosophische Systeme (Fatalismus oder transzendentale Freiheit) schließen sich selbst von der Pädagogik aus
    • Können den Begriff der Bildsamkeit nicht ohne Inkonsequenz in sich aufnehmen
  • §4. Die Pädagogik darf keine unbegrenzte Bildsamkeit voraussetzen, die Psychologie wird diesen Irrtum verhüten
    • Unbestimmtheit des Kindes ist beschränkt durch dessen Individualität (Grenzen des Geistes)
    • Bestimmbarkeit durch die Erziehung wird beschränkt durch Umstände der Lage und der Zeit
    • Festigkeit des Erwachsenen bildet sich innerlich fort und wird dem Erzieher unerreichbar
  • §5. Erziehung scheint anfangs an die Natur anzustoßen, später an den eigenen Entschluss des Zöglings
    • Wenn die Erziehung ihre Grenzen nicht beachtet und wirklich anstößt, entsteht eine scheinbare Bestätigung für die Freiheitslehre und für den Fatalismus
    • Erzieher  sollten sich hüten, in das eine oder andere Extrem (Freiheitslehre oder Fatalismus) zu versinken
  • §6. Das Vermögen der Erziehung darf nicht über- oder unterschätzt werden
    • Der Erzieher soll versuchen, wie viel er erreichen kann
    • Erzieher muss darauf gefasst sein, durch Beobachtungen des Erfolgs auf die Grenzen vernünftiger Versuche zurückgewiesen zu werden
    • Muss den ganzen Umfang der praktischen Ideenlehre vor Augen haben
    • Damit er die Beobachtungen versteht und richtig auslegt, muss ihm die Psychologie gegenwärtig sein
  • §7. In der wissenschaftlichen Betrachtung werden Begriffe getrennt, die in der Praxis verbunden bleiben müssen
    • Geschäft des Erziehers soll immer das Künftige mit dem Vergangenen verbinden
    • Form des Vortrags für die Pädagogik nicht genügend, welche nach der Folge der Altersstufen erzählt, was in der Erziehung eins nach dem anderen zu tun sei
    • Nur zur Übersicht wird diese Form dienen
    • Abhandlung der allgemeinen Pädagogik muss der Psychologie und der Philosophie vorausgehen
    • Dann folgt die zweifache Begründung der Pädagogik
    • Teils durch die praktische Philosophie
    • Teils durch die Psychologie

Erster Teil, Von der Begründung der Pädagogik

Erstes Kapitel

Von der Begründung durch die praktische Philosophie

  • §8. Tugend ist der pädagogische Zweck
    • Tugend ist in einer Person die innere Freiheit
      • Innere Freiheit ist ein Verhältnis zwischen zwei Gliedern: Einsicht und Wille
      • Sorge des Erziehers, jedes dieser Glieder einzeln zur Wirklichkeit zu bringen
        • Damit sich diese zu einem beharrlichen Verhältnis verbinden
      • Einsicht: ästhetische (noch nicht moralische) Beurteilung des Willens
  • §9. Streben zur beharrlichen Wirklichkeit jenes Verhältnisses ist die Moralität selbst
    • Moralität ist nicht ursprünglich vorhanden und muss ausgeprägt werden, wenn Einsicht und Wille schon einen gewissen Fortschritt erreicht haben
    • Eine Einschätzung einer Handlung in moralisch oder unmoralisch ist nur möglich, wenn die Neigungen und Gewöhnungen des Einzuschätzenden eine Richtung genommen haben, die eine solche Einschätzung rechtfertigen (Bsp. Bahn- Buschmann)
    • Kann diese Einschätzung nicht vorgenommen werden, so kann es passieren, dass jede Willensäußerung positiv eingeschätzt wird, so entsteht das eigentlich Böse
  • §10. Praktische Ideen: Idee der Vollkommenheit – Gesundheit von Körper und Geist, Wertschätzung von Körper und Geist und ihrer absichtlichen Kultur­­­­
  • §11. Idee des Wohlwollens ermahnt den Erzieher alles Übelwollen fernzuhalten, solange es gefährlich für die Entwicklung des Zöglings ist
    • Zögling muss das Wohlwollen des Erziehers erkennen
  • §12. Idee des Recht: Zögling  soll aufgeben zu streiten
    • Reflexion über den Streit soll rechtfertigen, dass es sich für den Zögling gelohnt hat, den Streit aufzugeben
    • Achtung vor dem Recht
  • §13. Idee der Billigkeit: Rechtübertretung und darauf basierende Strafe müssen verhältnismäßig sein
  • §14. Rechtsgesellschaft und Lohnsystem zwischen Mitschülern muss dem System der Erwachsenen entsprechen
  • §15. Verwaltungssystem hat einen wichtigen Bezug auf die Pädagogik
    • Jeder Zögling muss sich daran gewöhnen, sich anzuschließen, um gesellschaftlich brauchbar zu sein
  • §16. Kultursystem (Bereich der allgemeinen Bildung)
    • Moralität - Lenkung des Willens durch sittliche Einsicht
    • Gehorsam - Furcht  oder Anhänglichkeit gegenüber dem Erzieher, solange Moralität noch nicht ausgeprägt ist
  • §17. Idee der Vollkommenheit hat kein Übergewicht, ist aber herausragend
    • Erzieher sieht in dem noch unreifen Menschen eine Kraft, dessen Erziehung seine ganze Aufmerksamkeit erfordert
      • Streben nach Vollkommenheit soll nicht über- und unterbewertet werden
  • §18. Bei der moralischen Bildung kann der Eindruck entstehen, dass der Zögling lernt um die Forderungen des Erziehers zu erfüllen
    • Wenn er die Forderungen erfüllt, glaubt er, das es ausreicht
  • §19. Moralische Bildung muss mit der religiösen Bildung verbunden werden
    • Religion lehrt Demut (Gehorsamkeit)
      • Gehorsamkeit führt zwangsläufig dazu sich moralisch zu bilden
    • religiöse Bildung muss sich durch die moralische Bildung hinterfragen lassen
      • Beseitigung der Gefahr der Scheinheiligkeit
    • Ziel muss es sein, sich durch Selbstbeobachtung zu tadeln, um sich zu verbessern
    • Religiöse Bildung muss zeitlich in den Erziehungsrahmen passen (nämlich zeitnah nach der Ausprägung der moralischen Bildung)

Zweites Kapitel

Von der psychologischen Begründung

  • §20. Es ist falsch die menschliche Seele ein Aggregat von allerlei Vermögen zu betrachten
    • Man soll nach Hauptzügen der Seele suchen, die für eine psychologische Betrachtung wichtig sind
  • §21. Neben der Sinnlichkeit zeigt das Gedächtnis ein unverändertes Wiedergeben früherer gebildeter Vorstellungsreihen
    • Noch kein Anfang zur höherer Bildung zu spüren
    • Länge der Reihen und die Wiederholungen müssen im Verhältnis stehen
    • Reihen können kurz ausfallen, solange man etwas neues lernt
  • §22. Durch die Phantasie spielen die Kinder selbsttätig
    • Die beweglichen Spielwaren veranlassen einen Wechsel und eine Verknüpfung von Vorstellungen mit Begeisterung
      • Wünschenswert wäre, wenn die Kinder von dem spielerisch Erlernten etwas behalten
    • Lebhaftes Spielen ist erwünscht
  • §23. Beobachtungen der äußeren Gegenstände veranlasst das Kind zu unzähligen Fragen
    • Es regt sich die Urteilskraft in Verbindung mit dem Verstand
      • Kind strebt das Neue unter bekannte Begriffe zu bringen und mit bekannten Namen zu belegen
      • Kind nicht fähig, Gedankenreihen von abstrakter Art zu verfolgen, periodisch zu sprechen und durchgehend sich verständig zu betragen
        • Das Kindische bricht bei geringsten Anlässen wieder hervor
  • §24. Neben Gefühlen körperlicher Lust und Unlust äußern sich auch Zuneigungen und Abneigungen gegen Personen
    • Ausprägung von starkem Willen ist verbunden mit Widerspruch
  • §25. Das ästhetische Urteil ist noch nicht ausgeprägt
    • Schwierigkeit besteht darin, die Einsicht gegen den Willen zur Herrschaft zu bringen
  • §26. Ein Knabe der wenig fragt, macht mehr Versuche, die Dinge zu behandeln, im stillen zu lernen und sich zu üben
    • Es wächst die Scheu vor den Erwachsenen, ihrem Tadel und ihrer Überlegenheit
    • Scheu ist selbstbestimmt und der Vernunft zuzuschreiben
    • Knaben gleichen Alters schließen sich enger aneinander
    • Es ist schwer sie zu beobachten
      • Erzieher, der sie in der Periode kennenlernt, kann sich lange täuschen und erreicht selten eine völlige Offenheit
  • §27. Die Facetten des Seelenvermögens werden in ihrer Bedeutung verändert
    • Gedächtnis soll sich zeigen durch üben vorgeschriebener Reihen ohne Auslassung und Zusatz
      • Bald in bestimmter Ordnung
      • Bald in schwacher Verbindung mit älteren Vorstellungen
    • Phantasie für Gegenstände ferner Länder und Zeiten
    • Verstand wird zugemutet, allgemeine Begriffe zu bilden, zu bezeichnen und zu verknüpfen
    • Auf das ästhetische Urteil wird selten gewartet
      • Für Befehle wird Gehorsamkeit verlangt
    • Nachgiebigkeit der älteren Generation nimmt ab
      • Es wird eine Strafe angesetzt
      • Kind fürchtet nur die Strafe, Einschätzung der (falschen) Handlung ist noch nicht möglich
  • §28. Manche Zöglinge zeigen in ihrer Sphäre viel Gedächtnis, viel Phantasie, viel Verstand
    • Im Unterricht wird ihnen von Lehrern und Erziehern wenig zugemutet
    • Sie werden von ihren Spielfreunden geachtet, sind aber in den Lehrstunden unfähig (kein Verstand, keine Phantasie, kein Gedächtnis)
    • Schwierigkeit, den Unterricht auf sich wirken zu lassen und zu begreifen
    • Trotzdem kann ihr Verhalten einem gewissen Seelenvermögen zugeschrieben werden (außerhalb des Unterrichts)
  • §29. Knabe hat seine Vorstellungsmassen für die Schule, andre für den Familienkreis, andre für den Spielplatz
    • Daher kann man es sich erklären, wenn man sagt, dass der Knabe unter Fremden ein ganz anderer als zu Hause oder in der Schule ist
  • §30. Jede Vorstellungmasse besteht aus Komplexionen von Vorstellungen und aus Reihen samt deren Verwebungen, welche sich gliederweise hintereinander entwickeln, wenn sie daran nicht gehindert werden
    • Je fester die Verbindungen in diesen Komplexionen und Reihen, desto
      • Bestimmter sind die Gesetze, wonach sich die Vorstellungsmassen im Bewusstsein regen
      • Mehr Widerstand leisten sie allem, was ihrer Bewegung entgegenwirkt
    • Schwierigkeit, durch den Unterricht in sie einzugreifen
      • Sie können jedoch Zusätze annehmen, neue Verbindungen eingehen und im Laufe der Zeit wesentlich verändert werden
        • Sie verändern sich bis auf einen gewissen Punkt von selbst, wenn sie auf verschiedene Anlässe wiederholt ins Bewusstsein treten
    • Vorstellungen der Dinge sind Komplexionen ihrer Merkmale
      • Kommt Gegenstand oder Begriff zu verschiedenen Zeiten vor, kann er mit einer einfachen oder komplizierteren Sprache beschrieben werden
  • §31. Das innere Gefüge der einzelnen Vorstellungsmassen wird dann kenntlich, wenn die Gedanken Sprache gewinnen
    • Periodenbau mit Hilfe von Konjunktionen (zwar, weder/noch, entweder/oder, sondern) ist wichtig (Verfeinerung der Sprache)
    • Gemütszustände und das Gefüge der Vorstellungsmassen sind lange zuvor bei Kindern vorhanden, ehe sie es in ihre Sprache auszudrücken und dazu der Konjunktionen sich zu bedienen wissen
  • §32. Das Innere der Vorstellungsmassen des Zögling ist für den Erzieher wichtig und der Unterschied, ob die Vorstellungsmasse leichter oder schwerer hervortrete im Bewusstsein stetiger verharre oder schneller verschwindet
    • Bedingungen der Wirksamkeit für Unterricht und Zucht
  • §33. Die Bildsamkeit hängt von einem Verhältnis der schon erworbenen Vorstellungsmassen ab
    • Bei denen, die frühzeitig von verschiedenen Personen geleitet, in verschiedenen Häusern und Lebenslagen waren, finden sich gewöhnlich solche Vorstellungsmassen, die nicht zueinander passen und schlecht verbunden sind
      • Vorstellungsmassen empfinden Kontraste und nehmen Richtungen, auf welche die Erziehung sich oft nicht einlassen kann
    • Weit bildsamer sind die Vorstellungsmassen, welche lange Zeit nur von einer Person (am besten der Mutter) geleitet, aber nicht dominiert wurden
      • Erziehung muss an das Vorgefundene anknüpfen und keine Sprünge verlangen
  • §34. Um die Bildsamkeit jedes einzelnen kennenzulernen, ist Beobachtung nötig
    • Beobachtung von Geist und Körper
      • Temperament, die Reizbarkeit für Affekte
        • Bei manchen ist Furcht oder Zorn die erste Regung
        • Lachen oder Weinen
    • Beobachtung:
      • Freistunden:
        • Benutzt Zögling jeden Gegenstand zum Spiel
        • Absichtliche Veränderung der Spiele
        • Bestimmte Gegenstände als Vorliebe
      • Lernen
        • Fasst Zögling lange oder kurze Reihen auf
        • Viele oder wenige Missgriffe bei der Reproduktion
        • Klingt das Gelernte im Spiel nach
      • Sprache
        • Äußerungen des Zöglings oberflächlich oder aus der Tiefe
          • Vergleich der Worte und Handlungen
      • Rhythmus der geistigen Bewegung
      • Beschaffenheit des Gedankenvorrats des Zöglings
    • Durch Beobachtungen werden Materie und Form des Unterrichts bestimmt
  • §35. Werden ausschließlich Kenntnisse im Unterricht vermittelt, kann man nicht auf die Individualität und die vorhandenen Vorstellungsmassen eingehen
    • Sittlichkeitszuwachs erreicht man nur durch Eingriff in die Vorstellungsmassen
    • Grundkenntnisse für den zu vermittelnden Unterrichtsstoff müssen vorhanden sein
    • Grundkenntnisse gewinnen an Wertigkeit, wenn sie die Phantasie anregen
    • Sittliches Wirken der Grundkenntnisse nur bei Berichtigung ästhetischer Urteile oder Begehren und Handeln
    • Rohheit nimmt ab, mit der Erweiterung des Gedankenkreis
    • Greifbare ästhetische Gegenstände veredeln die Gemütsstimmung und führen zur Erzeugung praktischer Ideen durch richtige Beurteilung des Willens
    • Wenn es sich im Unterricht nur um die reine Wissensvermittlung handelt, dann sind die vorigen Aspekte hinfällig
  • §36. Unterricht muss in die vorhandenen Gedanken und Gesinnungen des Zöglings eingreifen
    • Einseitigkeit des Unterrichts ist schädlich
    • Man kann nicht mit Sicherheit voraussehen, was am meisten auf den Zögling wirkt
    • Vorhandene Vorstellungsmassen entstehen aus zwei Hauptquellen
      • Aus der Erfahrung: kommen Kenntnisse der Natur, roh und lückenhaft
        • Naturkenntnis darf nicht vernachlässigt werden
      • Aus dem Umgang: kommen Gesinnungen gegen Menschen, nicht nur löbliche, sondern oft höchst tadelhafte
        • Gesinnungen gegen Menschen muss gebessert werden
  • §37. Man unterscheidet im Unterricht zwei Hauptrichtungen
    • Historisch: Geschichte, Sprachkunde
    • Naturwissenschaftlich: Naturlehre, Mathematik
  • §38. Egoismus muss entgegengewirkt werden
    • Menschliche Verhältnisse müssen den Hauptgegenstand des gesamten Unterrichts in jeder Schule ausmachen
      • Auf die menschlichen Verhältnisse beziehen sich philologische und historische Schulstudien
    • Gymnasium: muss zusätzlich für die Aufrechterhaltung der Kenntnis des Altertums sorgen
  • §39. Mathematische Studien (Rechnen bis höhere Mathematik) müssen sich der Naturkenntnis und der Erfahrung anschließen, um Eingang in den Gedankenkreis des Zöglings zu gewinnen.
    • Der gründlichste mathematische Unterricht zeigt sich unpädagogisch, sobald er eine abgesonderte Vorstellungsmasse für sich allein bildet
      • Indem er auf den persönlichen Wert des Menschen wenig Einfluss erlangt
      • Oder ins Vergessen geriet
  • §40. Es bleibt unsicher, ob und wie der Unterricht aufgenommen und verarbeitet wird
    • Um diese Unsicherheit zu vermeiden, muss für die Gemütsstimmung des Zöglings fortdauernd gesorgt werden
      • Dies ist Aufgabe der Zucht
  • §41. Zucht verhütet Leidenschaften und vermeidet schädliche Ausbrüche der Affekte
    • Nach Verlauf der Erziehungsjahre bricht die Individualität hervor
    • Individualität zeigt Nachwirkungen der Erziehung in Verbindung mit Erfahrungen
      • Natürliche Fehler können durch Selbsterkenntnis in Schranken gehalten werden
      • Fehler (Ausnahmen) basieren auf lang unterdrückte Einflüsse der Jugendzeit
    • Jeder Mensch sucht nach Lebenssituationen, die ihn schon frühzeitig als wünschenswert erschien
      • Unterricht und Zucht dürfen kein falsches Weltbild vermitteln
    • Zucht muss die besseren Regungen des Individuums fördern
  • §42. Der größte Teil der Beschränkungen, welche in den Erziehungsjahren nötig sind, fällt unter den Begriff der Regierung
    • Kinder müssen Druck erfahren, welcher jeder einzelne von der menschlichen Gesellschaft zu erleiden hat
      • Sie müssen in ihren Schranken gehalten werden
    • Der Staat überlässt den Familien, Vormündern und Schulen die Sorge dafür
    • Der Zweck der Regierung liegt in der Gegenwart
    • Zucht hat den künftigen Erwachsenen im Auge (vgl. Schleiermacher)
      • Zucht und Regierung müssen in der Pädagogik unterschieden werden
  • §43. Bei den Maßregeln der Regierung kommt es darauf an, wie stark sie gefühlt werden
    • Rechte Empfindlichkeit ist nur bei guter Zucht zu sichern
      • Regierung soll sich mit der Zucht verbinden
      • Trennung der Begriffe (regieren (mit Regeln in Bahnen lenken), züchtigen (bei Regelüberschreitung folgt Bestrafung)) dient dem Nachdenken des Erziehers
        • Sind praktisch schwer zu unterscheiden
  • §44. Die allgemeine Pädagogik wird nach den drei Hauptbegriffen der Regierung, des Unterrichts und der Zucht abgehandelt
    • 1. Regierung
    • 2. Lehre vom Unterricht, die Didaktik
    • 3. Zucht (ihre Wirkung hätte wenig Dauer, wenn sie vom Unterricht getrennt wäre)
      • Zucht (Bestrafung) muss angemessen sein
    • Die Pädagogik nach den Altersstufen abzuhandeln, findet dort ihre Stelle, wo man zu speziellen Betrachtungen übergehen will
letzte Aktualisierung 22. Januar 2011