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Fürstenberg

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Eileen / Biologie

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Malaria

nachfolgende Arbeiten sind das Ergebis einer Arbeit zum Thema

Malaria - ein Kraut wirkt Wunder.

Die dazugehörige Präsentation können Sie hier herunterladen. Die roten Einträge beziehen sich direkt auf die entsprechenden Präsentationsinhalte.

Das Thesenpapier befindet sich am Ende der Ausarbeitungen und kann hier heruntergeladen werden.

Malaria als Krankheit

Entdeckung

  • Rückfall-, Wechsel-, Sumpffieber
  • ist eine der schwersten und gefährlichsten Krankheiten
  • Berechnungen ergaben, dass in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen an Malaria starben, als an jeder anderen Krankheit
  • 110 Millionen Menschen erkranken in jedem Jahr an Malaria, 1/3 mehr als die Bevölkerung in Deutschland
  • allein in Afrika sterben jährlich 2 Millionen Menschen an Malaria mit steigender Tendenz
  • Opfer sind in der Regel werdende Mütter und Kinder unter fünf Jahren
  • am 6. November 1880 wurde der Malariaerreger vom Franzosen Alphonse Laveran entdeckt
  • erst 17 Jahre später wurde der Übertragungsweg durch den Engländer Ronald Ross  während des Baus des Sueskanals entdeckt

Malariaarten

Malaria quartana

  • gutartige Form der Malaria
  • aber mit Erkrankung der Nieren

Malaria tertiana

  • gutartigen Verlaufsformen der Malariaerkrankung
  • im Vergleich zur Malaria tropica kaum Komplikationen

Malaria tropica (70% aller Erkrankungen)

  • Gefährlichste Malariaart
  • Kann tödlich enden

Infektionsweg  Menschen (asexuelle Phase / Schizogonie)

  • Mensch wird von einer infizierten Anopheles-Mücke gestochen
  • sondert sie mit ihrem Speichel Sporozoiten (Gerinnungshemmer) ab
  • werden mit dem Blutstrom zur Leber getragen
  • Zellen dringen in das Lebergewebe ein und reifen als Leberschizont heran
  • Dort findet eine Vermehrung (Teilung = Schizogonie) statt
  • Der Schizont platzt und die Merozoiten gelangen in die Blutbahn und befallen rote Blutkörperchen
  • Sie dringen in diese ein und verwandeln sich dort in Ringformen, die zu einem Trophozoit heranreifen
  • Dieser verwandelt sich wiederum in einen Schizonten und setzt Merozoiten frei
  • geringe Zahl von Merozoiten entwickeln sich zu Geschlechtsformen, Gametozyten (männlichen Gametozyten = Mikrogametozyten, weiblichen Makrogametozyten)

Infektionsweg Mücke (sexuelle Phase / Sporogonie)

  • Beim erneuten Stich einer Mücke werden die Gametozyten in die Mücke aufgenommen
  • Sie entwickeln sich in ihrem Darm zu Gameten
  • Mikrogamet und Makrogamet verschmelzen und es entsteht eine Zygote
  • Diese verändert sich, nimmt eine längliche Form an und wird beweglich, diese Zelle heißt nun Ookinete
  • Er lagert sich zwischen den Gewebeschichten des Mückendarms an und verwandelt sich dort zur Oozyste
  • In ihr entstehen neue Sporozoiten
  • Nach der Freisetzung der Sporozoiten wandern sie in die Speicheldrüsen der Mücke und stehen nun zur Neuinfektion bereit
  • Der Zyklus in der Anopheles dauert abhängig von der Außentemperatur zwischen 8-16 Tagen
  • eine Mindesttemperatur von 15 °C erforderlich. Unterhalb dieser Temperatur kommt kein Zyklus zu Stande
  • Mensch-zu-Mensch-Ansteckung nur gelegentlich von Mutter auf ungeborenes Kind oder über Bluttransfusionen

Krankheitssymptome

  • schweres Krankheitsgefühl, Übelkeit, Erbrechen
  • Mattigkeit, schneller Puls
  • Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost
  • hohes, wiederkehrendes bis periodisches Fieber
  • Symptome reichen im Allgemeinen nicht zur gesicherten Diagnose, daher sichere Nachweis nur durch Blutuntersuchung
  • Inkubationszeit/ Krankheitsverlauf
  • Inkubation zwischen sieben Tagen und mehreren Monaten
    beginnt mit Fieber und Kopfschmerzen, führt zu Leber- und Nierenversagen und endet im Hirnkoma mit meist tödlichem Ausgang
  • Bild 1 Kind mit massiven Ödemen aufgrund malariabedingter Niereninsuffizienz
  • Bild 2 Typische blasse Zunge bei einer schweren Anämie

Geographische Verbreitung

Vorkommen in SO-Europa

  • im Donaudelta und Teilen der Türkei

Hauptvorkommen in Afrika

  • südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas
  • Zentralafrika, insbesondere Kenia
  • Westafrika, insbesondere Gambia und Ghana

Lateinamerika

  • Teile Brasiliens
  • Dominikanische Republik

Südostasien

  • Grenzgebiete von Thailand nach Burma, Laos und Kambodscha, Vietnam
  • sowie in Indonesien, Neuguinea
  • Philippinen und Malaysia
  • auf dem indischen Subkontinent
  • Indien, Pakistan

Gegenmittel

  • herkömmliche Medikamente wirken kaum noch
    • seit einem halben Jahrhundert verabreichte Standardmittel sind unwirksam geworden und haben entsetzliche Nebenwirkungen
    • erhebliche Resistenzwirkungen gegenüber den Standardmitteln
  • Artemisia Annua = Artemisinin
    • Entdeckung war Ergebnis von chinesisch vietnamesischer Zusammenarbeit während des Vietnamkriegs, da vietnamesische Kämpfer eher durch Malaria starben als durch Kriegshandlungen
    • Auftrag an die TCM-Akademie in Peking unverzüglich ein schnell wirkendes Medikament ohne Resistenzen und Nebenwirkungen gegen Malaria zu finden
    • wurde 1972 von 75-jährigen Forscherin Tu Youyou an der TCM-Akademie nach 3-jähriger Forschung entdeckt
    • Kräuterarznei der Traditionellen Chinesischen Medizin
    • einjähriger Beifuß namens "Artemisia Annua"
    • Artemisinin-Gehalt von bis zu einem Prozent
    • Vorkommen im tiefsten Inneren Chinas am mittleren Jangtsekiang
    • Auspressen der Pflanze unter Wasser war der Schlüssel zum Erfolg; eine einfache Methode
    • unmittelbar danach war Artemisinin als Wirkstoff verfügbar
    • Artemisinin ist hochpotent, schnell wirksam und gut verträglich
    • bereits nach der ersten Dosis sind 90 Prozent der Erreger vernichtet

Medikamentenzulassung

Einsatz des Artemisinins

  • im Artikel der "Chinese Medical Journal" von1979 war ein neuer Malaria Wirkstoff beschrieben, einschließlich klinischer Tests an Mäusen und Menschen
  • erfolgreich gegen Malaria erprobtes Artemisia-Präparat
  • Urheber war die Chinesische Akademie für Militärische Medizinwissenschaften in Peking
  • Auf nur fünf Seiten stand all das, wofür eine westliche Pharmafirma 300 Millionen Dollar ausgegeben hätten
  • In den 70-er Jahren erfolgte ein Einsatz des Mittels ohne WHO Zulassung
  • während des Vietnamkriegs und des folgenden Bürgerkriegs in Kambodscha, wurden die Malariaerreger gegen herkömmliche Gegenmittel resistent
  • Vietnam, Kambodscha und Thailand setzten auf eigene Faust und Rechnung chinesische Artemisinin-Präparate ein
  • eine Verzweiflungstat, die am Ende zahllose Leben rettete

West-Ost-Konflikt

  • Misstrauen der überwiegend westlich geschulten WHO-Mediziner gegen die östliche Naturheilkunde
  • im Oktober 1981 auf dem "4. Weltsymposion für die Chemotherapie von Malaria", in Peking, trug die Hauptreferentin Tu Youyou den Experten vor, wie man die Seuche mit Artemisinin in den Griff bekommen könnte
  • WHO misstraute den Ausführungen und gab eigene Testreihen in Auftrag
  • Ende der 90-er Jahre nach 10 jähriger Laborarbeit ungenügende Ergebnisse
  • WHO war deshalb noch misstrauischer gegenüber Wundermittel chinesischer Herkunft
  • Organisation verhielt sich gegenüber der Forderung den globalen Einsatz von Artemisinin zu autorisieren, ausweichend und abwartend
  • Entscheidung zur Anerkennung von Artemisinin wurde anderthalb Jahrzehnten immer aufs neue umgangen
  • Malariaproblem war für westliche Industrieländer nicht akut
  • Da Malaria hauptsächlich in ärmeren Regionen auftritt sah die Pharmaindustrie mit Malariamedikamenten keine Gewinnmöglichkeiten

Klage gegen WHO

  • Malariaforscher waren von der Wirkung des Artemisinin überzeugt und konnten die Haltung der WHO nicht akzeptieren
  • Daraufhin klagten im Jahr 2001 13 international angesehene Malariaforscher den Global Fund und die Beamten der WHO des "schweren Amtsvergehens" an
  • Anklage hatte Erfolg
  • WHO erklärte 2001 den Einsatz von Artemisinin zur gültigen Richtlinie

Medikamentenvertrieb

Anbau des Beifuß

  • umweltschonender und nachhaltiger ökologischer Anbau wird in der Region gepflegt
  • Ende Maiist es gemäß dem TCM- Pflanzungszyklus Erntezeit
  • für die Extrahierung von Artemisinin werden die Blüten des Beifuß genutzt
  • 10.000 Quadratmeter (1 ½ Fußballfelder) bepflanzte Anbaufläche ergeben 100 Kilogramm pharmazeutisch nutzbare Blütenblätter
  • Jahr 2004 zwölf Tonnen Artemisinin hergestellt

Artemisininbedarf

  • Übersteigt das Angebot bei Weitem
  • WHO hat riesigen Bedarf
  • Ziel bleibt die Entwicklung eines für Arme erschwinglichen Mittels
  • Behandlungseinheit darf nicht teurer als einen halben Dollar sein

Synthetische Herstellung

  • Labore, die an synthetischen Mitteln forschen brauchen noch mindestens vier, fünf Jahre bis zur Herstellung von billigen Mitteln in unbegrenzter Menge
  • 2004 wurde nach pflanzlichem Vorbild ein besonders aussichtsreicher Wirkstoff gegen Malaria hergestellt
  • lässt sich vergleichsweise einfach produzieren
  • wirkt gegen mehrere Stadien der Erreger
  • Tierversuche sehr ermutigend verlaufen
  • erste Tests am Menschen geplant

Vorbeugung

Behandlung

  • Nutzung eines Kombipräparat gemixt aus Artemether, einem Abkömmling des Artemisinin, und Lumefantrin
  • Zulassung in 79 Ländern
  • Wirkungsweise
  • Artemether bekämpft die Krankheitserreger, ist gut verträglich
  • Lumefantrin bewirkt, dass Krankheitserreger dauerhaft bekämpft werden
  • verursacht Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen

Präventivmaßnahmen

  • Verzicht auf Reisen in malariagefährdete Gebiete
  • Aufenthalt im Freien zwischen Abend- und Morgendämmerung vermeiden
  • Tragen von hautbedeckender (lange Ärmel und Hosen), heller und weiter Kleidung
  • Einreiben von unbedeckten Hautstellen
  • Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Klimaanlagen, Fliegengitter)
  • Nutzen von Moskitonetzen, Räucherspiralen
  • Einnahme von Malariamedikamenten

Bekämpfung der Anopheles Mücke

  • Versuch der Ausrottung mit Hilfe von DDT in den 1970er Jahren abgebrochen
  • örtlich und zeitlich begrenzte Teilerfolge bei Nutzung anderer Insektizide
  • Genmanipulierte Mücken gegen Malaria die durch Fortpflanzung die Malariaüberträger zerstören

Thesenpapier

Thesenpapier zum Kolloquium am 28.02.2007, 8.40 Uhr

Eileen Fürstenberg

Klasse 12/2

Richard-Wossidlo-Gymnasium

Ribnitz-Damgarten

Malaria, ein Kraut wirkt Wunder

Thesen

  1. Malaria ist eine der schwersten und gefährlichsten Krankheiten der Menschheit. Berechnungen ergaben, dass in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen an Malaria starben, als an jeder anderen Krankheit.
  2. Die Krankheit wird durch den Stich einer weiblichen Stechmücke der Gattung Anopheles übertragen. Die Symptome reichen nicht zur gesicherten Diagnose, daher ist der Nachweis nur durch Blutuntersuchung möglich.
  3. Herkömmliche Medikamente wirken kaum noch. Die seit einem halben Jahrhundert verabreichten Standardmittel sind unwirksam geworden.
  4. Der einjährige Beifuß namens "Artemisia Annua", eine Kräuterarznei der Traditionellen Chinesischen Medizin, versprach Wunder.
  5. Die Entdeckung der Wunderwirkung der Pflanze war das Ergebnis der chinesisch vietnamesischen Zusammenarbeit während des Vietnamkriegs.
  6. Die westlich geschulten WHO-Mediziner misstrauten der überwiegend östlichen Naturheilkunde und gaben eigene Testreihen in Auftrag.
  7. Die Entscheidung zur Anerkennung von Artemisinin wurde anderthalb Jahrzehnten immer aufs Neue umgangen, da die westliche Pharmaindustrie mit Malariamedikamenten keine Gewinnmöglichkeit sah.
  8. Die WHO erklärte 2001 den Einsatz von Artemisinin zur gültigen Richtlinie.
  9. Der Bedarf an Artemisinin übersteigt das Angebot bei Weitem und für die Erforschung synthetischer Mittel werden noch mindestens vier, fünf Jahre benötigt.
  10. Ein Impfstoff gegen Malaria existiert nicht. Präventivmaßnahmen sind daher notwendig.
letzte Aktualisierung 17. März 2008