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Fürstenberg

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Eileen / Philosophie

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Pro und Contra zu Platons "Ploeteia"

erarbeitet von Eileen Fürstenberg

 

In dem Werk "Poleteia" schafft Platon mit Hilfe der Ideenlehre des Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnis die Grundlage für seinen Idealstaat. Die Voraussetzung ist, dass alle Menschen mit dem gleichen Ideenpol ausgestattet sind, aus einem früheren, jenseitigen Dasein. Dieser Ideenpol muss durch Bildung wieder erinnert werden.

Die Entstehung des Staatswesens wird mit der Schwäche des Einzelnen begründet. Da viele Menschen von sich aus nur zu bestimmten Tätigkeiten begabt sind, muss der Einzelne sich mit anderen Menschen zu einer Gesellschaft zusammenschließen. Das Gemeinwesen ist von Grund auf arbeitsteilig, teamfähig und kollegial.

Somit ist der Staat in drei Stände zu gliedern.

Der erste Stand wird als herrschender Stand oder Lehrstand bezeichnet, er steht an der Spitze des Staates und sorgt für die richtige Lebensweise aller Bürger. Der zweite Stand ist der Wehrstand und dieser ist für die Verteidigung des Staates nach innen und außen verantwortlich. Der dritte und letzte Stand ist der Nährstand. Dieser setzt sich aus den anderen Bürgern zusammen, wie Handwerker, Gewerbetreibende und Bauern. Sie haben die Aufgabe die Versorgung der Gemeinschaft sicherzustellen.

Die Philosophenkönige zeichnen sich durch eine bestimmte Begabung aus, die durch eine 50 jährige Ausbildung vervollkommnet wird. In ihnen soll sich die Weisheit mit der Macht verbinden.

Dieser beschwerliche und lange Weg zur Erkenntnis wird schon im Höhlengleichnis beschrieben. Ein gefesselter Mensch befreit sich aus der Höhle, seine Seele steigt somit auf und gelangt durch die Sonne (Idee des Guten) zur Erkenntnis. Sie allein ermöglicht dem Auge zu sehen. Durch die "Erhellung2 der Seele gelangt sie zur Einsicht, hat Vernunft und besitzt Denkkraft. Hingegen die anderen gefesselten Menschen, sie lassen sich weiter täuschen von farblosen Schatten, die stumpf erscheinen und kaum zu sehen sind. Die Seele wird blind, ändert ihre Meinung und wirkt ohne Verstand. Es ist keine Erkenntnis und ein Erlangen nach Wahrheit möglich. Die Sonne dient dem Befreiten zur Orientierung, außerdem ermöglicht sie Existenz, Sichtbarkeit und Wachstum. Der befreite Mensche möchte den Gefangenen mitteilen, dass sie Sinnestäuschungen unterliegen, dass ihre Vermutungen und ihr Glaube unklar sind. Der Bereich des Denkbaren befindet sich außerhalb der Höhle und nur dort kann er zur göttlichen Vernunft gelangen, durch die Idee des Guten, die Einsicht und gesichertes Wissen schafft. Das Feuer in der Höhle ist nur ein Abbild des Urbilds Sonne. Jedoch glauben die gefesselten Menschen dem Befreiten nicht. Sie zweifeln ihre Wahrnehmung nicht an, halten alle Höhlenbilder für wahr, da sie nicht aus ihrem gewöhnlichen Dasein und Alltag ausbrechen können, weil dies sehr viel Mut kostet.

Besondere Bedeutung hat die Erziehung für Platon. Da keine verfassungsmäßige Beschränkung die Macht der Herrscher begrenzt, ist die durch die Ausbildung erworbene Einsicht/ Erkenntnis für das Wohl des Staates von großer Bedeutung. Diese beginnt mit einer Elementarerziehung durch Musik, Dichtung, Gymnastik gefolgt von einer wissenschaftlichen Ausbildung in Mathematik, Astronomie und Harmonielehre sowie eine Unterweisung in Dialektik und endet mit einer 15 Jahre einnehmenden praktischen Tätigkeit. Ist diese Ausbildung erfolgt, so ist eine Übernahme der Regierung als Philosophenkönig möglich. Während der ganzen Zeit erfolgen strenge Prüfungen und eine Auswahl der Wenigen die zum Philosophenherrscher geeignet sind. Da die beiden oberen Stände ihr Leben ganz dem Wohl der Gemeinschaft widmen sollen, will Platon jedes eigennützige Denken durch Gütergemeinschaft ausschalten. Privatbesitz ist verboten. Die Zeugung der Kinder wird vom Staat im Sinne einer "Auslese der Besten" geregelt. Die Verfassung des Staates ist aristokratisch, d.h. sie beruht auf einer Herrschaft der Besten.

Abschließend mochte ich zusammengefasst wiedergeben, wo für mich die Pro- und Contra-Argumente im Staatssystem Platons liegen.

Es ist positiv, dass nur die Menschen Philosophenherrscher werden können, die den falschen Sinneswahrnehmungen entkommen und eine langjährige Ausbildung abgeschlossen haben, damit ist ein Missbrauch der Macht fast ausgeschlossen. Es sind weise Menschen an der Spitze der Macht, die sich mit Problemen auseinandersetzen und eine gerechte und zufrieden Lösung für alle finden.

Jeder Mensch ist mit dem gleichen Ideenpol ausgestattet, durch Lernen und Erkennen kann dieser Ideenpol wieder entdeckt werden. Somit ist es möglich, dass jeder die Chance hat in den Lehrstand zu wechseln. Dadurch wird einem Streit zwischen den Ständen aus dem Weg gegangen, weil jeder die Möglichkeit hat "aufzusteigen", er nur mit ausreichend Bildung seinen Ideenpol wieder entdecken muss. Weiterhin wird durch die strenge Prüfung und Auswahl der Wenigen, die zum Philosophenherrscher geeignet sind ein Machtmissbrauch der Herrscher vermieden. Platon schließt außerdem ein eigennütziges Denken durch die Gütergemeinschaft aus, da Privatbesitz verboten ist. Damit verschwinden Eigennutz, Egoismus, Macht- und Ruhmkämpfen, jeder hilft jedem und es herrscht Gleichberechtigung. Keiner ist benach- oder bevorteiligt, das Minderheitsgefühl entfällt und eine allgemeine Zufriedenheit breitet sich aus.

Außerdem ist es sehr gut, dass jeder Stand seine Aufgaben hat, Verantwortung übernimmt und für das allgemeine Wohlergehen des Staates beiträgt.

Negativ an Platons Staatssystem ist, dass die Ausbildung zum Philosophenkönig mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die Regierungszeit selbst (wenn man von einem Durchschnittsalter von 55–65 Jahren ausgeht). Natürlich sollen nur die weisen Menschen an die Spitze des Staates, jedoch denke ich, dass man die Elementarerziehung und die praktische Tätigkeit etwas verkürzen kann. Außerdem finde ich es schade, dass nicht jeder Mensch zu absoluten Wahrheit und Klarheit gelangen kann, somit unterliegt er in seinem ganzen Leben Täuschungen, ohne das er sich dessen bewusst ist.

Der Mensch müsste also, nach Platons Höhlengleichnis, unvernünftig und verwirrt sein, weil die Seele nicht nach Erkenntnis strebt und nicht aus der Höhle "aussteigt" (die gefesselten Menschen). Ich bin jedoch nicht seiner Meinung, auch die Menschen des 3. Standes waren vernünftig, denn sonst hätten sie nicht die Verantwortungen für die allgemeine Versorgung der Gemeinschaft übernommen und alles damit im Zusammenhang stehende selbst geregelt. Dies ist nur mit Vernunft möglich.

Platon geht davon aus, dass die Zeugung der Kinder vom Staat geregelt werden sollte, damit nur die besten Menschen Kinder bekommen. Somit ist fraglich, ob eine Liebe zwischen Mann und Frau bestehen kann, wenn nur die Besten gezwungen werden, Kinder zu zeugen Was ist, wenn man sich in einen Menschen verliebt, der nicht den gleichen Stand hat? Ist es eine Liebe erlaubt Kinder zu bekommen? Soll etwa das geistige Potential darüber entscheiden, wen man lieben darf und wen nicht? Ich denke mit diesem Aspekt zwingt Platon die Menschen in ein Muster, das kaum erreicht werden kann. Er versucht damit eine "Durchmischung" der unterschiedlichen Stände zu vermeiden.

Jeder Mensch fühlt sich irgendeinem anderen Menschen hingezogen und es ist kaum möglich zu sagen, dass er mit diesem nicht zusammen sein will, weil dieser eventuell wenig Geld hat oder einen anderen schulischen Abschluss absolviert hat. Wenn man dieses Beispiel der heutigen Zeit mit damals vergleicht, denke ich, dass es kaum anders war. Es ging zwar nicht um Geld oder Privatbesitz, jedoch um die Bildung und dem Stand, dem der einzelne angehörte.

Letztendlich stelle ich fest, dass sich Platon in seinem ganzen Staatssystem sehr auf die Philosophenkönige stützt und er davon ausgeht, dass diese alles regeln. Doch ein Staat kann nur funktionieren, wenn alle Menschen zusammenhalten, mitwirken, etwas Gemeinsames schaffen und erreichen. Wäre dies nicht der Fall, dann wären auch die weisen und klugen Philosophenkönige machtlos.

letzte Aktualisierung 11. April 2008