
Die Tiefenverhältnisse unterliegen ständigen Veränderungen. Die Änderungen sind meistens abhängig von der Bodenbeschaffenheit oder aber vom Einfluss der Gezeiten.
Die Abbildungen zeigen mögliche Veränderungen der Tiefenverhältnisse zwischen zwei Vermessungen.
| Vermessung alt | Vermessung neu |
|---|---|
![]() | ![]() |
Die Karten wurden von Kartovision zur Verfügung gestellt.
Veraltete Vermessungen sind nicht nicht neu und daher nicht nur ein Problem der elektronischen Seekarten.
Im unten gezeigten Beispiel waren bis 1963 nur die roten Tiefenzahlen bekannt. Vermessungen höherer Genauigkeit haben dann ein völlig anderes Tiefenbild zum Vorschein gebracht.
Papierseekarten haben gegenüber der elektronischen Darstellung den Vorteil, dass sich schon durch die Darstellung (alter Druck, Kupferstich, Dichte der Tiefenzahlen etc.) ein Hinweis auf veraltete Vermessungen ableiten lässt. Ein erfahrener Nautiker wird in einem solchen Gebiet mit mehr Umsicht navigieren.
In der elektronische Version gibt es diese (mentalen) Hinweise nicht. Das Konsultieren und Verstehen der entsprechenden Symboliken sind in einer ECDIS Anlage von existenzieller Wichtigkeit.
Vermessungsdaten können auf verschiedene Quellen basieren. Ihre Genauigkeit ist von der Vermessungshäufigkeit, der Zeit und den verwendeten Vermessungsmethoden abhängig. Sie können von sehr genau bis hin zu "noch nicht einschätzbar" variieren. Dabei können sehr genaue und sehr ungenaue Vermessungen sehr dicht beieinander liegen oder sogar benachbart sein. Die Darstellung der Informationen sind auf einem ECDIS Bildschirm auf Grund der Nutzung von Vektordaten jederzeit sehr genau. Auf Grund der oben genannten Tatsachen können Fehlinterpretationen auftreten wenn der Nutzer nicht über die verschiedenen Vermessungsdaten informiert wird. Der S57 Standard bietet die Möglichkeit die Vermessungsdatengenauigkeit in ENCs zu kodieren. Der Standard unterscheidet Vermessungsdatengenauigkeit in verschiedene zones of confidence (ZOC) und der S52 Standard definiert die Darstellung der verschiedenen Genauigkeiten auf einem ECDIS Bildschirm. Die Tabelle gibt eine erste Übersicht über die Symbolisierung der verschiedenen zones of confidence und den dazugehörigen Genauigkeiten. Weiterführende Informationen bietet der S57 Standard.
Zones of Confidential (ZOC) | ECDIS Darstellung | Positions- genauigkeit | Tiefen- genauigkeit | Dichte der Vermessung |
| A1 | ![]() | ± 5 m+5% depth | =0.5m+1% der Wassertiefe | Gesamtes Seegebiet vermessen. Alle wichtigen Grundbesonderheiten bekannt und die Tiefen vermessen. |
| A2 | ![]() | ± 20 m | =1.0m+2% der Wassertiefe | Gesamtes Seegebiet vermessen. Alle wichtigen Grundbesonderheiten bekannt und die Tiefen vermessen. |
| B | ![]() | ± 50 m | =1.0m+2% der Wassertiefe | Gesamtes Seegebiet nicht vollständig vermessen, Hindernisse für die Schifffahrt sind nicht zu erwarten, können aber nicht ausgeschlossen werden. |
| C | ![]() | ± 500 m | =2.0m+5% der Wassertiefe | Seegebiet nicht vollständig vermessen, umfangreiche Tiefenungenauigkeiten sind zu erwarten. |
| D | ![]() | schlechter als oben | Seegebiet nicht vollständig vermessen, umfangreiche Tiefenungenauigkeiten sind zu erwarten. | |
| U | ![]() | Quantität der Bathymetriedaten ist noch nicht eingeschätzt. | ||
| MDSC | ![]() | Für das Seegebiet sind keine Vermessungsinformationen verfügbar. | ||
Im Beispiel wird nur eine Information über die entsprechende Zone of Confidential dargestellt. Nutzern ohne Hintergundwissen bleibt jedoch die Bedeutung verborgen.
In diesem Beispiel sind unterschiedliche CATZOC vergeben worden. Das Gebiet vor dem Kap ist mit einer höheren Genauigkeit vermessen worden. Direkt unter der Küste wird die Genauigkeit wieder schlechter.
Der Bildschirmausschnitt wurde von ECDIS Ltd. zur Verfügung gestellt.
